Warenhandel 2025
Warenexporte nehmen erneut ab
10.06.2026 – Im Jahr 2025 wurden insgesamt Waren (ohne Handel mit der Schweiz) im Wert von CHF 3'052 Mio. aus Liechtenstein exportiert. Die Exporte nahmen gegenüber dem Vorjahr um CHF 158 Mio. (-4.9%) ab. Sie liegen damit unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Importe stiegen 2025 an. Sie stiegen um CHF 171 Mio. (9.9%) an und lagen bei CHF 1'896 Mio.
Warenhandelsbilanz ist weiterhin positiv
Die liechtensteinische Warenhandelsbilanz wies 2025 einen Überschuss von CHF 1'156 Mio. auf. Sie verringerte sich damit gegenüber dem Vorjahr 2024 um CHF 329 Mio. (-22.2%) und liegt CHF 266 Mio. unter dem Durchschnitt der vorhergehenden zehn Jahre von CHF 1'421 Mio. (2015-2024).
Die positive Warenhandelsbilanz ist dabei insbesondere auf Überschüsse in den Handelsbeziehungen mit Deutschland (CHF +325 Mio.), den USA (CHF +314 Mio.) und Frankreich (CHF +180 Mio.) zurückzuführen. Die grössten Defizite wies die Warenhandelsbilanz jedoch mit den Kaimaninseln (CHF -163 Mio.), Kroatien (CHF -39 Mio.) und China (CHF -17 Mio.) auf.
Starker Zuwachs bei Metallexporten
Die Exporte entwickelten sich im Jahr 2025 je nach Warengruppe unterschiedlich. Bei der Warengruppe «Metalle» nahmen die Exporte um CHF 53 Mio. (+66.3%) zu. Auch die Exporte der Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse erhöhten sich um CHF 13 Mio. (+4.6%) und die sonstigen Fahrzeuge um CHF 11 Mio. (+199.8%). Andererseits verzeichneten einige Warengruppen auch rückläufige Exporte. Bei dem Nahrungs- und Futtermittel sanken die Exporte um CHF 60 Mio. (-18.9%) und auch die Metallerzeugnisse verzeichneten einen Rückgang um CHF 60 Mio. (-9.1%). Ebenfalls im Minus lagen die Exporte von Maschinen (CHF -46 Mio., -11.5%), die Waren, a.n.g. (CHF -23 Mio., -6.7%) und Elektrische Ausrüstungen (CHF -12 Mio., -3.6%).
Anteilsmässig stellen 2025 die Exporte von Metallerzeugnisse mit einem Anteil von 19.6% und von Maschinen mit 11.7% die exportstärksten Warengruppen dar. Exporte von Elektrische Ausrüstungen machten 10.4% der liechtensteinischen Exporte aus, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteile mit 10.2%.
Sinkende Exporte nach Europa
Die Exporte im Jahr 2025 entwickelten sich je nach Handelspartner unterschiedlich. Nach Kontinent betrachtet erfuhren die Exporte nach Amerika den grössten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sanken die Exporte auf den nordamerikanischen Kontinent um CHF 116 Mio. (-20.1%). Diese rückläufige Entwicklung zeigt vorallem bei den Exporten in die USA, die um CHF 98 Mio. zurückgingen. Auch die Exporte in die europäischen Staaten waren rückläufig. Speziell schlugen die sinkenden Exporte nach Deutschland (CHF -33 Mio., -3.1%), Österreich (CHF -22 Mio., -6.2%) und in das Vereinigte Königreich (CHF -9 Mio., -15.7%) zu Buche. Die Exporte nach Asien stiegen 2025 um 12 Mio. (2.6%), wobei insbesondere die positive Entwicklung der Exporte nach Malaysia (CHF 30 Mio., 112.5%) und China (CHF 11.6 Mio., 6.3%) ins Gewicht fiel.
Der grösste Teil der Warenexporte Liechtensteins fliesst nach Europa: 2025 lag der Anteil bei 67.2%. Asien hat mit einem Anteil von 16.2% an den Exporten Amerika (15.2%) überholt. Hauptdestinationen liechtensteinischer Produkte waren Deutschland (34.1%), die USA (11.4%), Österreich (11.1%) und Frankreich (6.5%). 2025 gingen nach China 6.4% der liechtensteinischen Exporte.
Importe fallen für Mehrheit der Warengruppen geringer aus
Importseitig nahm der Warenhandel 2025 für die Mehrheit der Warengruppen leicht ab. Am stärksten rückläufig waren die Importe Chemischer Erzeugnisse (CHF -22 Mio., -25.6%), Kraftwagen und Kraftwagenteile (CHF -19 Mio., -18.9%) und der Elektrischen Ausrüstungen (CHF -12 Mio., -13.1%). Ebenfalls rückläufig waren Importe von Maschinen (CHF -10 Mio., -4.2%) und Nahrungs- und Futtermittel (CHF -10 Mio., -9.6%). Allerdings gab es Warengruppe die sehr stark angestiegen sind. So sind die Importen von Metallen um CHF 183 Mio. (+97%) sowie die Korkereierzeugnisse und Mineralölerzeugnisse um CHF 44 Mio. (+107.4) deutlich angestiegen. Ebenfalls stark angestiegen sind die Importe der Warengruppe «Waren, a.n.g.» um CHF 37 Mio. (+21.9%)
Die Metalle waren mit einem Anteil von 19.6% das wichtigste Importgut. Metallerzeugnisse machten 15.2% und Maschinen 12.7% aus. 10.9% waren «Waren, a.n.g.», während Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse 5.7% der Importe darstellten.
Deutliches Plus bei Importen aus China
Der Großteil der Importe Liechtensteins stammt aus Europa, im Jahr 2025 lag dieser Anteil bei 72.7%. Aus Asien kamen 16.0%, während 10.8% der Waren aus Amerika eingeführt wurden. Der Anteil der Importe aus Amerika ist damit von 2.8% im Vorjahr auf 10.8% angestiegen, was vor allem auf einen Sondereffekt bei den Importen aus den Kaimaninseln zurückzuführen ist. Hauptursprungsländer der liechtensteinischen Importe waren Deutschland (37.7%) und Österreich (15.7%). Aus China stammten insgesamt 11.1% und aus den USA 1.8% der liechtensteinischen Importe. Der Importanteil der Kaimaninseln ist auf 8.6% angestiegen.
Betrachtet man die Hauptursprungsländer stiegen die Importe aus Deutschaland (CHF +13 Mio., 1.9%) und Österreich (CHF +6 Mio., 2.0%) wieder leicht an. Die Importe aus Europa nahmen insgesamt leicht um CHF 7 Mio. (0.5%) ab. Die Importe aus Asien sind insgesamt angestiegen (CHF +20 Mio., +6.9%), wobei der grösste Teil der Steigerungen auf China zurückgeht (CHF +20 Mio., 10.5%).
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Speziell: Zur Veranschaulichung der zolltechnischen Einordnung nach Unternehmenssitz, Versand- bzw. Empfangsort und dem Ausschluss des Schweiz-Warenverkehrs werden vier praxisnahe Fallbeispiele aus der Sicht eines Unternehmens dargestellt (siehe Übersicht auf Seite 6).