Öffentliche Finanzen

Die jährliche Finanzstatistik gibt einen Gesamtüberblick über die finanzielle Lage des Staatssektors (Landesebene, Gemeindeebene und öffentliche Sozialversicherungen). Zudem werden jährlich Informationen aus der Landesrechnung und den Gemeinderechnungen ins Kapitel Öffentliche Finanzen des Statistischen Jahrbuchs aufgenommen.

Öffentliche Finanzen 2024

Finanzierungssaldo zum elften Mal in Folge positiv

13.05.2026 - Die Finanzstatistik gibt einen Überblick über die Finanzlage des Staatssektors (Landesebene, Gemeindeebene und öffentliche Sozialversicherungen). Im Jahr 2024 betrug der Überschuss des Staates (positiver Finanzierungssaldo) 2.8% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder CHF 219.1 Mio und war somit zum elften Mal in Folge positiv. Die konsolidierten Staatsausgaben 2024 stiegen gegenüber dem Vorjahr um 6.0% oder CHF 95.6 Mio. Die konsolidierten Staatseinnahmen sanken, nachdem sie in drei aufeinanderfolgenden Jahren gestiegen sind, wieder leicht um 0.6% oder CHF 10.7 Mio. Die Staatsquote (Staatsausgaben im Verhältnis zum BIP) blieb im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 21.6%.

Mehreinnahmen an Steuern und Sozialbeiträgen

Im Jahr 2024 beliefen sich die konsolidierten Staatseinnahmen auf CHF 1‘910.8 Mio. und reduzierten sich somit gegenüber dem Vorjahr leicht um CHF 10.7 Mio. oder -0.6%. Allerdings blieben die Einnahmen noch über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Reduktion ist vor allem auf die reduzierten Steuereinnahmen zurückzuführen, die sich um CHF 40.3 Mio. oder -3.6% gegenüber 2023 verringert haben und das trotz einer Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 7.7% auf 8.1% (Normalsatz). Andererseits konnten jedoch auch Mehreinnahmen in den Bereichen Sozialbeiträge (CHF +17.9 Mio. bzw. +3.8%), Verkäufe (CHF +8.6 Mio. bzw. +5.4%) und sonstige laufende Einnahmen erzielt werden (CHF +39.3 Mio. bzw. +11.4%). Dies ergibt im Gesamten ein Plus von CHF 24.3 Mio. oder +1.2% der nicht konsolidierten Einnahmen. Da die Transfers innerhalb der staatlichen Teilsektoren jedoch um CHF 35 Mio. oder +18.9% über dem Vorjahrswert lagen, sind die konsolidierten Staatseinnahmen leicht unter dem Wert von 2023. Die Steigerung der innerstaatlichen Transfers sind vor allem auf das neue Finanzausgleichsgesetz zurückzuführen in welchem auch Transferzahlungen zwischen den Gemeinden getätigt werden, Stichwort horizontaler Finanzausgleich.

Die konsolidierten Staatsausgaben im Jahr 2024 beliefen sich auf CHF 1‘691.7 Mio. was einer Steigerung von CHF +95.6 Mio. oder +6% gegenüber dem Jahr 2023 entspricht. Der grösste absolute Anstieg der Ausgaben war in den Investitionsausgaben mit CHF +33.6 Mio. oder +27.5% zu beobachten. Weitere wichtige Positionen, die einen hohen Anstieg zu verbuchen hatten, waren die sonstigen laufenden Ausgaben mit CHF +29.9 Mio. oder +8.9% und das Arbeitnehmerentgelt mit CHF +29.7 Mio. oder +7.7%. Die nicht konsolidierten Ausgaben unterdessen stiegen um CHF +130.5 Mio. oder +7.3%. Der Unterschied zwischen Änderung der konsolidierten und nicht konsolidierten Ausgaben sind wieder genau der Anstieg der konsolidierten Ausgaben um CHF +35 Mio.

Aufgeteilt auf die einzelnen Teilsektoren ergibt sich, dass Einnahmen und Ausgaben auf der Landesebene den höchsten Anteil der Gesamteinnahmen (52.7%) und Gesamtausgaben (52.9%) ausmachen. Die Gemeindeebene machte im Jahr 2024 18.7% der Gesamteinnahmen und 18.8% der Gesamtausgaben aus und die Sozialversicherungen 28.6% der Einnahmen und 28.3% der Ausgaben. Es gab zwar immer wieder leichte Änderungen der Anteile über die Jahre, jedoch machte der Teilsektor Land über alle Jahre hinweg mehr als die Hälfte der Einnahmen und Ausgaben aus.

Sowohl die konsolidierten Einnahmen als auch die Ausgaben der öffentlichen Hand lagen über dem Fünfjahresdurchschnitt der Jahre 2020 bis 2024, während der Überschuss leicht darunter lag.

Der Staatshaushalt wird zur Hälfte über Steuern finanziert und am meisten Geld investiert der Staat in die soziale Sicherung

In dieser Grafik werden die Finanzflüsse gezeigt, woher die Einnahmen des Staates kommen und für welchen Zweck diese verwendet werden.

Etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen (CHF 1‘088 Mio. oder 51.1%) kommen aus Steuern, die vom Land (CHF 832.6 Mio.) oder den Gemeinden (CHF 255.4 Mio.) eingehoben werden. Die zweitwichtigste Einnahmequelle des Staates sind Sozialbeiträge (CHF 490.4 Mio. oder 23%), die an die Sozialversicherungen gezahlt werden. Die niedrigsten Anteile an Einnahmen kommen aus den Vermögenstransfereinnahmen (CHF 0.4 Mio. oder 0.02%) und Verkäufe (CHF 168.3 Mio. oder 7.9%). Eine wichtige Rolle spielen auch die sonstigen laufenden Einnahmen mit CHF 383.7 Mio. oder 18%.

Bei den Ausgaben macht die soziale Sicherung den wichtigsten Beitrag mit CHF 759.5 Mio. oder 26.5% aus. Weitere wichtige Ausgaben sind die allgemeine Verwaltung (CHF 347.8 Mio. oder 18.2%), das Bildungswesen (CHF 291.1 Mio. oder 15.2%) und wirtschaftliche Angelegenheiten (CHF 184.4 Mio. oder 9.6%). Auf der anderen Seite gibt der Staat am wenigsten für das Wohnungswesen und kommunale Einrichtungen (CHF 2.2 Mio. oder 0.1%), das Gesundheitswesen (CHF 47.1 Mio. oder 2.5%) und den Umweltschutz (CHF 67.5 Mio. oder 3.5%) aus. Interessanterweise ist der Überschuss mit CHF 219.1 Mio. höher als die meisten Ausgaben. Einzig Ausgaben in die soziale Sicherung, die allgemeine Verwaltung und das Bildungswesen übersteigen diesen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für die soziale Sicherung (CHF +56.5 Mio. oder +8%), die allgemeine öffentliche Verwaltung (CHF +22.9 Mio. oder +10.7%) und das Bildungswesen (CHF +16.7 Mio. oder +6.1%) absolut gesehen am Stärksten gestiegen. Nach zwei Jahren mit Rückgängen haben sich die Ausgaben im Gesundheitswesen wieder leicht erhöht (CHF +0.3 Mio. bzw. +0.6%). Die Ausgaben für das Wohnungswesen und kommunale Einrichtungen sind hingegen um CHF -0.3 Mio. bzw. -12% zurückgegangen.

Wichtig ist festzuhalten, dass es sich hierbei um nicht konsolidierte Einnahmen und Ausgaben handelt. In der Finanzstatistik erfolgt die Konsolidierung zunächst innerhalb der Teilsektoren. So enthalten beispielsweise die konsolidierten Ausgaben der Landesebene noch die Transferausgaben an die Gemeindeebene, nicht aber die Ströme innerhalb der Landesebene selbst. Für die Berechnung der konsolidierten Ausgaben des Sektors Staat werden dann ebenfalls die Zahlungsströme zwischen den Teilsektoren eliminiert.

Reserven der öffentlichen Hand nehmen zu

Die Vermögensbilanz des Staates wies Ende 2024 ein Reinvermögen von rund CHF 10.8 Mrd. aus. Im Jahr 2023 waren es noch rund CHF 9.9 Mrd. gewesen. Somit hat das Reinvermögen im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um CHF 899.6 Mio. bzw. +9.1% zugenommen. In Prozent des BIP ausgedrückt, beträgt das Reinvermögen 137.7% des Bruttoinlandsproduktes.

39.7% des staatlichen Reinvermögens entfielen auf die Landesebene (CHF +504 Mio. bzw. +13.3%), 39.4% auf die Sozialversicherungen (CHF +335.5 Mio. bzw. +8.6%), und 20.9% auf die Gemeinden und Bürgergenossenschaften (CHF +60.1 Mio. bzw. +2.7%).

Irland und Liechtenstein mit den tiefsten Quoten in Europa

Irland und Liechtenstein mit den tiefsten Quoten in Europa

Die Staatsquote Liechtensteins lag im Jahr 2024 bei 21.6%. Ein Vergleich mit den Nachbarländern Schweiz und Österreich zeigt, dass die Schweiz mit 33.6% die drittniedrigste Staatsquote im Vergleich mit EU- und EFTA-Staaten aufwies und Österreich mit einer Staatsquote von 55.2% im europäischen Spitzenfeld lag. Die höchsten Staatsquoten in der EU wiesen Finnland mit 57.7% und Frankreich mit 57.3% aus und die tiefste Quote wies Irland mit 22.4% aus.

Staatsquote – Indikator staatlicher Aktivität in einer Volkswirtschaft
Die Staatsquote entspricht den Ausgaben des Staatssektors in Prozent des nominalen Bruttoinlandsproduktes. Die Staatsquote gilt als Indikator für das Ausmass der staatlichen Aktivität in einer Volkswirtschaft. Die Bedeutung des Sektors Staat in einer Volkswirtschaft lässt sich an der Höhe seiner Gesamtausgaben und -einnahmen im Verhältnis zum BIP ablesen. Eine optimale Höhe der Staatsquote lässt sich nicht quantifizieren.

Die Höhe der Staatsausgaben hängt nicht nur von der Einwohnerzahl, sondern insbesondere auch von der Grösse einer Volkswirtschaft ab. Besonders deutlich wird dies bei den Ausgaben für die Sozialversicherungen, da die Erwerbstätigkeit in Liechtenstein zu Rentenansprüchen gegenüber der liechtensteinischen AHV führt. Aber auch andere Staatsausgaben wie Infrastrukturausgaben für Verkehrswege und Industriegebiete oder Ausgaben für eine Reihe von Verwaltungstätigkeiten hängen mit der Grösse einer Volkswirtschaft zusammen. Die Grösse einer Volkswirtschaft wird dabei typischerweise am Bruttoinlandsprodukt gemessen, welches ein Mass für die Produktionstätigkeit einer Volkswirtschaft darstellt. Es ist daher sachlich gerechtfertigt, die Staatsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt zu setzen. Zudem ist nur so eine international vergleichbare Aussage über die Staatsausgaben Liechtensteins im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung möglich.

Das Pendant zur Staatsquote ist die Fiskalquote, die die Steuern und Sozialabgaben ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt setzt. Die Fiskalquote wird im Thema „Steuern, Abgaben“ ausgewiesen.

Öffentliches Defizit sinkt im Euroraum und der EU wieder leicht

Das öffentliche Defizit gemessen am BIP sank im Euroraum von 3.5% im Jahr 2023 auf 3.1% im Jahr 2024 und in der EU von 3.4% auf 3.1%. Die höchsten öffentlichen Defizite im Jahr 2024 wurden in der EU in Rumänien (-9.3%) und Polen (-6.5%) verzeichnet, die niedrigsten in Slowenien sowie den Niederlanden (jeweils -0.9%). Öffentliche Überschüsse wurden in Griechenland (+1.2%), Irland (+4.0%), Zypern (+4.1%), und Dänemark (+4.5%) erzielt.

Unter den EFTA-Staaten wies nur Island (-3.7%) ein Defizit auf. Die Schweiz (+0.5%), Liechtenstein (+2.8%) und Norwegen (+13.2%) verzeichneten einen Finanzierungsüberschuss.

Finanzierungssaldo - Überschuss/Defizit
Das öffentliche Defizit bzw. der öffentliche Überschuss (Finanzierungssaldo) wird im Vertrag von Maastricht als Finanzierungssaldo des gesamten Staatssektors gemäss ESVG definiert. Der Sektor Staat umfasst den Zentralstaat, die Länder (in Liechtenstein nicht relevant), die Gemeinden und die Sozialversicherungen.

Bruttoschuldenstand ändert sich kaum im Euroraum

Der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP veränderte sich im Euroraum von Ende 2023 (87.1%) bis Ende 2024 (87.2%) kaum. In der EU stieg er im selben Zeitraum von 80.5% auf 80.7%.

Für das Jahr 2024 wiesen insgesamt zwölf der europäischen Staaten eine Bruttoschuldenquote von mehr als 60% des BIP auf. Das ist ein Land weniger als im Vorjahr, da Kroatiens Bruttoschuldenstand von 60.9% auf 57.4% des BIP sank. Für EU-Mitglieder (insbesondere Mitglieder des Euro-Systems) gilt gemäss den Maastrichter Konvergenzkriterien, dass diese Quote einen Wert von 60% nicht überschreiten soll. Die höchsten Verschuldungsquoten wurden in Griechenland (154.2%), Italien (134.9%), Frankreich (113.2%), Belgien (103.9%) und Spanien (101.6%) registriert. In Österreich lag die Bruttoschuldenquote bei 79.9% und in Deutschland bei 62.2%. Die niedrigste Bruttoschuldenquote wies Estland (23.5%) auf.

Für die beiden EFTA-Länder Island und Norwegen liegen keine Vergleichsdaten vor. In der Schweiz lag die Quote bei 24.5% und in Liechtenstein bei 0.5%, was keine Änderung im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.


Bruttoschuldenquote
Eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der öffentlichen Haushalte ist die Bruttoschuldenquote. Sie ist definiert als der Schuldenstand des Staates in Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der Schuldenstand des Staates entspricht dem Bruttoschuldenstand zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung innerhalb und zwischen den einzelnen Teilsektoren des Staates. In der Definition von Maastricht umfasst der Schuldenstand Bargeld und Einlagen sowie Schuldtitel und Kredite. Nicht enthalten sind in dieser Abgrenzung insbesondere Verpflichtungen in Form von Anteilsrechten, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen, Derivate und sonstige Verbindlichkeiten (Handelskredite und transitorische Passiva).

Mehreinnahmen an Steuern und Sozialbeiträgen

Im Jahr 2024 beliefen sich die konsolidierten Staatseinnahmen auf CHF 1‘910.8 Mio. und reduzierten sich somit gegenüber dem Vorjahr leicht um CHF 10.7 Mio. oder -0.6%. Allerdings blieben die Einnahmen noch über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Reduktion ist vor allem auf die reduzierten Steuereinnahmen zurückzuführen, die sich um CHF 40.3 Mio. oder -3.6% gegenüber 2023 verringert haben und das trotz einer Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 7.7% auf 8.1% (Normalsatz). Andererseits konnten jedoch auch Mehreinnahmen in den Bereichen Sozialbeiträge (CHF +17.9 Mio. bzw. +3.8%), Verkäufe (CHF +8.6 Mio. bzw. +5.4%) und sonstige laufende Einnahmen erzielt werden (CHF +39.3 Mio. bzw. +11.4%). Dies ergibt im Gesamten ein Plus von CHF 24.3 Mio. oder +1.2% der nicht konsolidierten Einnahmen. Da die Transfers innerhalb der staatlichen Teilsektoren jedoch um CHF 35 Mio. oder +18.9% über dem Vorjahrswert lagen, sind die konsolidierten Staatseinnahmen leicht unter dem Wert von 2023. Die Steigerung der innerstaatlichen Transfers sind vor allem auf das neue Finanzausgleichsgesetz zurückzuführen in welchem auch Transferzahlungen zwischen den Gemeinden getätigt werden, Stichwort horizontaler Finanzausgleich.

Die konsolidierten Staatsausgaben im Jahr 2024 beliefen sich auf CHF 1‘691.7 Mio. was einer Steigerung von CHF +95.6 Mio. oder +6% gegenüber dem Jahr 2023 entspricht. Der grösste absolute Anstieg der Ausgaben war in den Investitionsausgaben mit CHF +33.6 Mio. oder +27.5% zu beobachten. Weitere wichtige Positionen, die einen hohen Anstieg zu verbuchen hatten, waren die sonstigen laufenden Ausgaben mit CHF +29.9 Mio. oder +8.9% und das Arbeitnehmerentgelt mit CHF +29.7 Mio. oder +7.7%. Die nicht konsolidierten Ausgaben unterdessen stiegen um CHF +130.5 Mio. oder +7.3%. Der Unterschied zwischen Änderung der konsolidierten und nicht konsolidierten Ausgaben sind wieder genau der Anstieg der konsolidierten Ausgaben um CHF +35 Mio.

Aufgeteilt auf die einzelnen Teilsektoren ergibt sich, dass Einnahmen und Ausgaben auf der Landesebene den höchsten Anteil der Gesamteinnahmen (52.7%) und Gesamtausgaben (52.9%) ausmachen. Die Gemeindeebene machte im Jahr 2024 18.7% der Gesamteinnahmen und 18.8% der Gesamtausgaben aus und die Sozialversicherungen 28.6% der Einnahmen und 28.3% der Ausgaben. Es gab zwar immer wieder leichte Änderungen der Anteile über die Jahre, jedoch machte der Teilsektor Land über alle Jahre hinweg mehr als die Hälfte der Einnahmen und Ausgaben aus.

Sowohl die konsolidierten Einnahmen als auch die Ausgaben der öffentlichen Hand lagen über dem Fünfjahresdurchschnitt der Jahre 2020 bis 2024, während der Überschuss leicht darunter lag.

Der Staatshaushalt wird zur Hälfte über Steuern finanziert und am meisten Geld investiert der Staat in die soziale Sicherung

In dieser Grafik werden die Finanzflüsse gezeigt, woher die Einnahmen des Staates kommen und für welchen Zweck diese verwendet werden.

Etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen (CHF 1‘088 Mio. oder 51.1%) kommen aus Steuern, die vom Land (CHF 832.6 Mio.) oder den Gemeinden (CHF 255.4 Mio.) eingehoben werden. Die zweitwichtigste Einnahmequelle des Staates sind Sozialbeiträge (CHF 490.4 Mio. oder 23%), die an die Sozialversicherungen gezahlt werden. Die niedrigsten Anteile an Einnahmen kommen aus den Vermögenstransfereinnahmen (CHF 0.4 Mio. oder 0.02%) und Verkäufe (CHF 168.3 Mio. oder 7.9%). Eine wichtige Rolle spielen auch die sonstigen laufenden Einnahmen mit CHF 383.7 Mio. oder 18%.

Bei den Ausgaben macht die soziale Sicherung den wichtigsten Beitrag mit CHF 759.5 Mio. oder 26.5% aus. Weitere wichtige Ausgaben sind die allgemeine Verwaltung (CHF 347.8 Mio. oder 18.2%), das Bildungswesen (CHF 291.1 Mio. oder 15.2%) und wirtschaftliche Angelegenheiten (CHF 184.4 Mio. oder 9.6%). Auf der anderen Seite gibt der Staat am wenigsten für das Wohnungswesen und kommunale Einrichtungen (CHF 2.2 Mio. oder 0.1%), das Gesundheitswesen (CHF 47.1 Mio. oder 2.5%) und den Umweltschutz (CHF 67.5 Mio. oder 3.5%) aus. Interessanterweise ist der Überschuss mit CHF 219.1 Mio. höher als die meisten Ausgaben. Einzig Ausgaben in die soziale Sicherung, die allgemeine Verwaltung und das Bildungswesen übersteigen diesen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für die soziale Sicherung (CHF +56.5 Mio. oder +8%), die allgemeine öffentliche Verwaltung (CHF +22.9 Mio. oder +10.7%) und das Bildungswesen (CHF +16.7 Mio. oder +6.1%) absolut gesehen am Stärksten gestiegen. Nach zwei Jahren mit Rückgängen haben sich die Ausgaben im Gesundheitswesen wieder leicht erhöht (CHF +0.3 Mio. bzw. +0.6%). Die Ausgaben für das Wohnungswesen und kommunale Einrichtungen sind hingegen um CHF -0.3 Mio. bzw. -12% zurückgegangen.

Wichtig ist festzuhalten, dass es sich hierbei um nicht konsolidierte Einnahmen und Ausgaben handelt. In der Finanzstatistik erfolgt die Konsolidierung zunächst innerhalb der Teilsektoren. So enthalten beispielsweise die konsolidierten Ausgaben der Landesebene noch die Transferausgaben an die Gemeindeebene, nicht aber die Ströme innerhalb der Landesebene selbst. Für die Berechnung der konsolidierten Ausgaben des Sektors Staat werden dann ebenfalls die Zahlungsströme zwischen den Teilsektoren eliminiert.

Reserven der öffentlichen Hand nehmen zu

Die Vermögensbilanz des Staates wies Ende 2024 ein Reinvermögen von rund CHF 10.8 Mrd. aus. Im Jahr 2023 waren es noch rund CHF 9.9 Mrd. gewesen. Somit hat das Reinvermögen im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um CHF 899.6 Mio. bzw. +9.1% zugenommen. In Prozent des BIP ausgedrückt, beträgt das Reinvermögen 137.7% des Bruttoinlandsproduktes.

39.7% des staatlichen Reinvermögens entfielen auf die Landesebene (CHF +504 Mio. bzw. +13.3%), 39.4% auf die Sozialversicherungen (CHF +335.5 Mio. bzw. +8.6%), und 20.9% auf die Gemeinden und Bürgergenossenschaften (CHF +60.1 Mio. bzw. +2.7%).

Irland und Liechtenstein mit den tiefsten Quoten in Europa

Irland und Liechtenstein mit den tiefsten Quoten in Europa

Die Staatsquote Liechtensteins lag im Jahr 2024 bei 21.6%. Ein Vergleich mit den Nachbarländern Schweiz und Österreich zeigt, dass die Schweiz mit 33.6% die drittniedrigste Staatsquote im Vergleich mit EU- und EFTA-Staaten aufwies und Österreich mit einer Staatsquote von 55.2% im europäischen Spitzenfeld lag. Die höchsten Staatsquoten in der EU wiesen Finnland mit 57.7% und Frankreich mit 57.3% aus und die tiefste Quote wies Irland mit 22.4% aus.

Staatsquote – Indikator staatlicher Aktivität in einer Volkswirtschaft
Die Staatsquote entspricht den Ausgaben des Staatssektors in Prozent des nominalen Bruttoinlandsproduktes. Die Staatsquote gilt als Indikator für das Ausmass der staatlichen Aktivität in einer Volkswirtschaft. Die Bedeutung des Sektors Staat in einer Volkswirtschaft lässt sich an der Höhe seiner Gesamtausgaben und -einnahmen im Verhältnis zum BIP ablesen. Eine optimale Höhe der Staatsquote lässt sich nicht quantifizieren.

Die Höhe der Staatsausgaben hängt nicht nur von der Einwohnerzahl, sondern insbesondere auch von der Grösse einer Volkswirtschaft ab. Besonders deutlich wird dies bei den Ausgaben für die Sozialversicherungen, da die Erwerbstätigkeit in Liechtenstein zu Rentenansprüchen gegenüber der liechtensteinischen AHV führt. Aber auch andere Staatsausgaben wie Infrastrukturausgaben für Verkehrswege und Industriegebiete oder Ausgaben für eine Reihe von Verwaltungstätigkeiten hängen mit der Grösse einer Volkswirtschaft zusammen. Die Grösse einer Volkswirtschaft wird dabei typischerweise am Bruttoinlandsprodukt gemessen, welches ein Mass für die Produktionstätigkeit einer Volkswirtschaft darstellt. Es ist daher sachlich gerechtfertigt, die Staatsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt zu setzen. Zudem ist nur so eine international vergleichbare Aussage über die Staatsausgaben Liechtensteins im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung möglich.

Das Pendant zur Staatsquote ist die Fiskalquote, die die Steuern und Sozialabgaben ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt setzt. Die Fiskalquote wird im Thema „Steuern, Abgaben“ ausgewiesen.

Öffentliches Defizit sinkt im Euroraum und der EU wieder leicht

Das öffentliche Defizit gemessen am BIP sank im Euroraum von 3.5% im Jahr 2023 auf 3.1% im Jahr 2024 und in der EU von 3.4% auf 3.1%. Die höchsten öffentlichen Defizite im Jahr 2024 wurden in der EU in Rumänien (-9.3%) und Polen (-6.5%) verzeichnet, die niedrigsten in Slowenien sowie den Niederlanden (jeweils -0.9%). Öffentliche Überschüsse wurden in Griechenland (+1.2%), Irland (+4.0%), Zypern (+4.1%), und Dänemark (+4.5%) erzielt.

Unter den EFTA-Staaten wies nur Island (-3.7%) ein Defizit auf. Die Schweiz (+0.5%), Liechtenstein (+2.8%) und Norwegen (+13.2%) verzeichneten einen Finanzierungsüberschuss.

Finanzierungssaldo - Überschuss/Defizit
Das öffentliche Defizit bzw. der öffentliche Überschuss (Finanzierungssaldo) wird im Vertrag von Maastricht als Finanzierungssaldo des gesamten Staatssektors gemäss ESVG definiert. Der Sektor Staat umfasst den Zentralstaat, die Länder (in Liechtenstein nicht relevant), die Gemeinden und die Sozialversicherungen.

Bruttoschuldenstand ändert sich kaum im Euroraum

Der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP veränderte sich im Euroraum von Ende 2023 (87.1%) bis Ende 2024 (87.2%) kaum. In der EU stieg er im selben Zeitraum von 80.5% auf 80.7%.

Für das Jahr 2024 wiesen insgesamt zwölf der europäischen Staaten eine Bruttoschuldenquote von mehr als 60% des BIP auf. Das ist ein Land weniger als im Vorjahr, da Kroatiens Bruttoschuldenstand von 60.9% auf 57.4% des BIP sank. Für EU-Mitglieder (insbesondere Mitglieder des Euro-Systems) gilt gemäss den Maastrichter Konvergenzkriterien, dass diese Quote einen Wert von 60% nicht überschreiten soll. Die höchsten Verschuldungsquoten wurden in Griechenland (154.2%), Italien (134.9%), Frankreich (113.2%), Belgien (103.9%) und Spanien (101.6%) registriert. In Österreich lag die Bruttoschuldenquote bei 79.9% und in Deutschland bei 62.2%. Die niedrigste Bruttoschuldenquote wies Estland (23.5%) auf.

Für die beiden EFTA-Länder Island und Norwegen liegen keine Vergleichsdaten vor. In der Schweiz lag die Quote bei 24.5% und in Liechtenstein bei 0.5%, was keine Änderung im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.


Bruttoschuldenquote
Eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der öffentlichen Haushalte ist die Bruttoschuldenquote. Sie ist definiert als der Schuldenstand des Staates in Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der Schuldenstand des Staates entspricht dem Bruttoschuldenstand zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung innerhalb und zwischen den einzelnen Teilsektoren des Staates. In der Definition von Maastricht umfasst der Schuldenstand Bargeld und Einlagen sowie Schuldtitel und Kredite. Nicht enthalten sind in dieser Abgrenzung insbesondere Verpflichtungen in Form von Anteilsrechten, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen, Derivate und sonstige Verbindlichkeiten (Handelskredite und transitorische Passiva).

Methodik & Qualität

Zweck dieses Dokuments ist es, den Nutzerinnen und Nutzern Hintergrundinformationen über die Methodik und die Qualität der statistischen Informationen zu bieten. Dies ermöglicht es, die Aussagekraft der Ergebnisse besser einzuschätzen.

Der Abschnitt über die Methodik orientiert zunächst über Zweck und Gegenstand der Statistik und beschreibt dann die Datenquellen sowie die Datenaufbereitung. Es folgen Angaben zur Publikation der Ergebnisse sowie wichtige Hinweise.

Der Abschnitt über die Qualität basiert auf den Vorgaben des Europäischen Statistischen Systems über die Qualitätsberichterstattung und beschreibt Relevanz, Genauigkeit, Aktualität, Pünktlichkeit, Kohärenz und Vergleichbarkeit der statistischen Informationen.

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