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Gesundheitsausgaben

Für die Gesundheitsausgabenrechnung werden alle Ausgaben für Dienstleistungen oder Güter berücksichtigt, die den Gesundheitszustand der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins erhalten, verbessern oder eine Verschlechterung verhindern. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Güter und Dienstleistungen aus dem In- oder Ausland stammen. Die Gesundheitsausgabenrechnung für Liechtenstein orientiert sich am Handbuch „A System of Health Accounts 2011“ (SHA 2011), das von der World Health Organization (WHO), von Eurostat und von der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) verfasst wurde. Die Ergebnisse werden jährlich, zweieinhalb Jahre nach Abschluss des Berichtsjahres, publiziert.

Gesundheitsausgaben 2020

CHF 370 Mio. für die Gesundheit

14.06.2022 – Im Berichtsjahr 2020 wurden insgesamt CHF 370.3 Mio. für die Gesundheit der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins ausgegeben, woraus sich ein Durchschnitt von CHF 9'519 pro Einwohner/in berechnet. Gegenüber dem Vorjahr resultiert eine Zunahme von 0.1%, was unter dem jährlichen Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 0.7% liegt.

Weniger Ausgaben für ambulante Leistungen

Werden die Gesundheitsausgaben nach Leistungserbringer analysiert, so ist im Vorjahresvergleich die Abnahme der Ausgaben für ambulante Leistungserbringende von 3.9% auf CHF 116.6 Mio. auffallend. Das liegt zumindest teilweise an den Einschränkungen bzw. Verschiebungen von nicht dringlichen Behandlungen während der Covid-19-Pandemie. Ergänzend dazu waren die Patientinnen und Patienten vorsichtiger: sie verzichteten auf ambulante Leistungen und bezogen Arzneimittel zudem häufiger in Apotheken als in ärztlichen Praxen. Dies zeigt sich auch in der Zunahme von 4.8% bei der Position HP.5 Einzelhändler und sonstige Anbieter medizinsicher Hilfsleistungen. Mit einem Anstieg von 68.5% auf insgesamt CHF 4.8 Mio. fallen ausserdem die Ausgaben für Prävention deutlich höher aus als 2019, was im Wesentlichen an den Aufwendungen des Landes für Covid-19-Tests, Abwassertests, Contact-Tracing sowie die Betreuung der Hotline liegt. 
Die Betrachtung der Gesundheitsausgaben nach Funktion zeigt, dass die kurative Gesundheitsversorgung, d.h. die Leistungen, die auf eine vollständige Wiederherstellung der Gesundheit zielen, mit 54.1% finanziell mit Abstand das grösste Gewicht hat. Es folgen die Langzeitpflege mit 15.1% sowie die rehabilitative Versorgung mit 7.4%, allerdings mit deutlich kleineren Anteilen. Die weiteren Kategorien wie die Prävention, die medizinischen Güter, die Hilfsleistungen oder auch die Verwaltung stellen keine Art der Gesundheitsversorgung dar, sondern sind ergänzende Leistungen im Gesundheitswesen. 

Zwei Drittel der Leistungen werden im Inland abgedeckt

Mit 63.2% werden zwei Drittel der Leistungen in Liechtenstein erbracht, ein Drittel wird im benachbarten Ausland in Rechnung gestellt. Je nach Anbieter ist die Verteilung zwischen In- und Ausland allerdings stark unterschiedlich: Den grössten Inland-Anteil weisen die Pflegeheime mit 99.1% auf, der kleinste Anteil wird mit 24.8% bei den Krankenhäusern ausgewiesen, was im Gegenzug bedeutet, dass drei Viertel der Spitalleistungen ausländischen Krankenhäusern zugeordnet werden. Leistungen ergänzender Kategorien wie Verwalter und Finanzierer des Gesundheitswesens (HP.7) sowie sonstige Wirtschaftszweige (HP.8) werden mit 99.6% und 100.0% fast ausschliesslich in Liechtenstein abgerechnet.

Die Analyse der gesamten Gesundheitsausgaben aus der Perspektive der Finanzierungssysteme verdeutlicht das Gewicht der einzelnen Finanzflüsse. Mit einem Anteil von 67.5% werden zwei Drittel der Gesundheitsausgaben über die öffentliche Hand und die obligatorischen Versicherungen finanziert (HF.1). Weitere 19.4% werden über die Selbstzahlungen der Haushalte in Form von Kostenbeteiligungen oder anderen privaten Ausgaben für medizinische Leistungen/Mittel finanziert (HF.3). Den kleinsten Anteil der Gesundheitsausgaben decken mit 13.1% die freiwilligen Zahlungssysteme der Gesundheitsversorgung (HF.2 Freiwillige Versicherung). Ihr Anteil ist seit 2013 mit 13% bis 14% relativ stabil, bzw. leicht sinkend. Diese Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen der Liechtensteinischen Gesundheitsbefragung 2017, in der im Vergleich zu 2012 der Anteil der Halbprivat- und Privatversicherten von 62.9% auf 58.4% abgenommen hat (Liechtensteinische Gesundheitsbefragung 2017, S. 14).

AMT FÜR STATISTIK

Diese Informationen zum Thema Gesundheitsausgaben wurden ursprünglich in der Gesundheitsversorgungsstatistik 2021 publiziert

Methodik & Qualität

Zweck dieses Dokuments ist es, den Nutzerinnen und Nutzern Hintergrundinformationen über die Methodik und die Qualität der statistischen Informationen zu bieten. Dies ermöglicht, die Aussagekraft der Ergebnisse besser einzuschätzen.

Der Abschnitt über die Methodik orientiert zunächst über Zweck und Gegenstand der Statistik und beschreibt dann die Datenquellen sowie die Datenaufarbeitung. Es folgen Angaben zur Publikation der Ergebnisse sowie wichtige Hinweise.

Der Abschnitt über die Qualität basiert auf den Vorgaben des Europäischen Statistischen Systems über die Qualitätsberichterstattung und beschreibt Relevanz, Genauigkeit, Aktualität, Pünktlichkeit, Kohärenz und Vergleichbarkeit der statistischen Informationen.

Siehe Seiten 46-57

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