Konjunkturbericht

Der Konjunkturbericht berichtet über die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein und gibt einen Überblick über Wirtschaftslage und -aussichten in wichtigen Absatzmärkten.

Konjunkturbericht Herbst 2023

Internationale Lage weiter angespannt

17.10.2023 – Der Konjunkturbericht informiert über die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein und gibt einen Überblick über Wirtschaftslage und -aussichten in wichtigen Absatzmärkten.

In Liechtenstein zeigt sich langsam wieder ein optimistisches Bild. Die Umsätze, die Exporte und die Beschäftigung entwickelten sich im ersten Halbjahr 2023 positiv. Die Problematik des Arbeitskräftemangels bei den Unternehmen entspannt sich tendenziell. Im Schweizer Franken Währungsraum bleibt die Teuerung im internationalen Vergleich gering.

Die internationale Lage ist durch die anhaltende Inflation in vielen Ländern weiterhin angespannt und Prognosen gestalten sich schwierig. Allerdings wird für 2024 eine moderate Verbesserung der Situation erwartet.

Auf einen Blick

  Die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein
Umsätze Die Umsätze der 25 umsatzstärksten Unternehmen lagen gemäss den MwSt.-Daten im 1. Halbjahr 2023 um 15.2% über dem Vorjahreswert.
Beschäftigung Mitte 2023 waren in Liechtenstein rund 42'900 Personen beschäftigt. Dies entspricht einer Zunahme der Beschäftigten um 1.8% seit Mitte 2022.
Konjunkturumfrage Die befragten Unternehmen beurteilten die Lage im 2. Quartal 2023 weitgehend als befriedigend und erwarteten eine gleichbleibende Entwicklung.
Preise Die Jahresteuerung belief sich im September 2023 auf +1.7%.
Monetäres Umfeld Der Leitzins der SNB wurde 2023 bereits mehrfach angehoben und liegt seit Juni bei 1.75%. Der Devisenkurs des Schweizer Frankens lag im Monatsmittel des Septembers gegenüber dem Euro bei 0.96 und gegenüber dem US-Dollar bei 0.90.
Warenexporte Die direkten Warenexporte lagen im 1. Halbjahr 2023 1.2% über dem Wert des Vorjahres und sanken im 2. Quartal 2023 um 3.2% zu im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Finanzdienstleister Das verwaltete Kundenvermögen der 3 grössten Bankengruppen nahm im ersten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreshalbjahr um 5% zu.
  Die Entwicklung in wichtigen Exportregionen 2024 (Prognosen OECD)
OECD BIP: +1.4%; Importe: +2.9%
Schweiz BIP: +1.2%; Importe: +2.6%
Deutschland BIP: +1.3%; Importe: +2.5%
USA BIP: +1.0%, Importe: +2.6%

 

Stand der Daten: 9. Oktober 2023

Die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein

Finanzdienstleistungsunternehmen zeigen erneut Rekordwachstum

Die Umsätze der 25 umsatzstärksten Unternehmen des Landes waren im ersten Halbjahr 2023 um 15% grösser als im Vorjahr (1. HJ 2022). Bereits im letzten zwei Jahren (2021, 2022) waren die Umsätze im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreshalbjahr kontinuierlich gestiegen.

Dies gilt allerdings nicht für die einzelnen Wirtschaftszweige. Während die Umsätze der sechs Dienstleistungsunternehmen (ohne Finanzdienstleistungen) im ersten Halbjahr 2023 eine Zunahme von 18% verzeichneten, gab es im 2. Halbjahr 2022 Einbussen von 6%. Die sechs Finanzdienstleistungsunternehmen weisen nach dem starken Zuwachs im 2. Halbjahr 2022 (44%) im letzten Halbjahr mit 66% erneut eine deutliche Umsatzsteigerung aus. Mit 4% fällt die Umsatzsteigerung der 13 Unternehmen der Industrie und des warenproduzierenden Gewerbes deutlich tiefer aus, bewegt sich aber im selben Rahmen, wie in den vorhergehenden Halbjahren 2022 (5% und 7%).

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Beschäftigungsaufbau ungebrochen

Mitte 2023 lag die Beschäftigtenzahl in Liechtenstein bei rund 42'900 (+/- 200) Personen. Damit arbeiteten 1.8% mehr Personen als Mitte 2022. Nach der stetigen Steigerung der Beschäftigtenzahl seit 2021 bleibt die Entwicklung im Trend, wenn auch nicht so stark wie 2022 mit Zuwächsen von 3.5% und 2.8% im Vergleich zu den Vorjahreshalbjahren. Der Dienstleistungs- und der Landwirtschaftssektor verzeichneten dabei eine Zunahme von 2%. Dies entspricht im Dienstleistungssektor 567 Personen und im Landwirtschaftssektor 6 Personen. Etwas geringer fällt die Veränderung beim Industriesektor aus mit +1% beziehungsweise 191 Personen.

Gemäss Arbeitsmarkt Service Liechtenstein (AMS FL) belief sich die Arbeitslosenquote Ende September 2023 auf 1.4% und liegt damit um 0.2 Prozentpunkt höher als im Vorjahresmonat. Beim AMS FL waren 805 offene Stellen gemeldet, 347 weniger als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig lag die Arbeitslosenzahl bei 284 Personen. Im Berichtsmonat hatte ein Betrieb Anspruch auf Entschädigung wegen wirtschaftlich bedingter Kurzarbeit.

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Konjunkturumfrage bei Industrie- und Dienstleistungsunternehmen

An der Konjunkturumfrage per 30. Juni 2023 nahmen 39 Unternehmen des Industriesektors und 26 Unternehmen des Dienstleistungssektors teil. Diese Unternehmen repräsentieren über die Beschäftigung gemessen etwa 70% des industrie- und etwa 25% des Dienstleistungssektors. Am Ende des 2. Quartals 2023 wird die allgemeine Lage in der Industrie und bei den Dienstleistungsunternehmen mehrheitlich als befriedigend beurteilt. Stabilität dominiert die Wahrnehmung der befragten Unternehmen sowohl im Rückblick als auch im Ausblick auf das 3. Quartal 2023.

Nachdem 2021 und 2022 der Mangel an Arbeitskräften die Liste der Produktions- und Leistungshemmnisse dominierte scheint sich die Lage in dieser Hinsicht zu entspannen. Mit 24% (nach Vollzeitäquivalenten gewichtet) der befragten Dienstleistungsunternehmen hat sich der Anteil an Betroffenen fast halbiert gegenüber dem 1. Quartal 2023. Eine Ausnahme bildet der Detailhandel mit 82%. In der Industrie wird die Allgemeine Lage mehrheitlich als verbessert wahrgenommen. Davon abgesehen werden alle Indikatoren sowohl von der Industrie als auch dem Dienstleistungssektor mehrheitlich als unverändert gesehen. Beim Ausblick zeigen sich die befragten Dienstleistungsunternehmen teilweise optimistisch. So sollen die Nachfrage und der Personalbestand im 3. Quartal 2023 zunehmen. Die Befragten der Industrie erwarten keine Veränderungen.

Ein positives Bild zeichnet die Baubranche. 65% der befragten Unternehmen schätzen den sowohl den Stand der allgemeinen Lage als auch den Auftragsbestand als gut ein. Gemäss Baustatistik im 2. Quartal 2023 stiegen die projektierten Baukosten um 16%.

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Konsumentenpreise sind im September tiefer

Laut dem schweizerischen Bundesamt für Statistik (BFS) lag die durchschnittliche Jahresteuerung 2022 der Konsumentenpreise bei +2.8%. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sank im September 2023 im Vergleich zum Vormonat um 0.1% und erreichte den Stand von 106.3 Punkten (Dezember 2020=100). Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat betrug die Teuerung +1.7%. Die Kerninflation stieg im September 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.3%. Die Preise der Inlandgüter stiegen in der selben Periode um 2.1%. und die Preise der Importgüter um 0.5%

Der Importpreisindex lag im August 2023 4.1% tiefer als im August 2022 und 0.1% höher als im Vormonat Juli 2023. Laut BFS waren für den Anstieg des Importpreisindexes gegenüber dem Juli 2023 insbesondere die höheren Preise für Mineralölprodukte sowie für Erdöl und Erdgas verantwortlich.

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Weitere Leitzinserhöhung der SNB im ersten Halbjahr

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) straffte ihre Geldpolitik 2022 um dem Inflationsdruck mittels Zinserhöhung entgegen zu wirken und mittelfristig Preisstabilität gewährleisten zu können. Auch 2023 wurde der SNB-Leitzins weiter erhöht: Im März stieg der Leitzins erstmals von 1% auf 1.5% und seit Juni 2023 liegt er bei 1.75%. Die SNB belässt den Leitzins im September bei diesem Wert, schliesst aber laut Geldpolitischer Lagebeurteilung vom September 2023 eine weitere Erhöhung nicht aus. Weiterhin werden auch Sichtguthaben unter der Limite zu diesem Satz verzinst.

Die kurzfristigen Zinsen notierten am 6. Oktober in der Schweiz bei 1.70% (SARON), die Renditen der 10-jährigen Schweizer Bundesobligationen liegen am 29. September bei 1.09%. Der Devisenkurs des Schweizer Frankens lag im Monatsmittel des Septembers 2023 bei 0.96 gegenüber dem Euro und bei 0.90 gegenüber dem US-Dollar.

Auch die Europäische Zentralbank passte weiterhin ihre Zinsen an. Im September erhöhte sie den Leitzins zum 6. Mal in diesem Jahr auf 4.5%, nach den Erhöhungen vom Februar (3%), März (3.5%), Mai (3.75%), Juni (4%) und August (4.25%). Die EZB begründet diese Erhöhungen mit der Erwartung, dass die Inflation in der Eurozone trotz des Rückgangs zu lange zu hoch bleiben wird.

Wie die EZB und die SNB hoch auch die US-Notenbank (Fed) den Leitzins 2023 weiter an. Nachdem sie mit 4.25% ins Jahr startete erhöhte sie den Leitzins im ersten Halbjahr bereits vier Mal (Februar, März, Mai, Juli) auf eine Zinsspanne von 5.25% bis 5.5% seit Juli.

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Rückgang der Warenexporte im 2. Quartal 2023

Nach der rückläufigen Entwicklung der Warenexporte (konjunkturelles Total) 2022 gab es über den Jahreswechsel wiederum eine Zunahme der Exporte. Auch im ersten Halbjahr 2023 wird eine Exportzunahme von 1.2% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr verzeichnet. Dies ist allerdings auf das erste Quartal zurückzuführen. Im 2. Quartal 2023 sanken die direkten Exporte erneut um 3.2% gegenüber dem Vorjahresquartal auf CHF 788 Mio. Besonders stark vom Rückgang betroffen sind die Produktgruppen Steine und Erden (-28%) sowie Maschinen, Apparate und Elektronik (-16%). Die meisten exportschwächeren Produktgruppen zeigten allerdings eine positive Entwicklung.

In Bezug auf die wichtigsten Handelspartner wurden gegenüber dem Vorjahresquartal lediglich die Exporte nach Frankreich gesteigert, dies um 12%. Die Exporte zu den anderen Haupthandelspartner nahmen um zwischen 3% (Italien) und 12% (USA) ab. Die Exporte in den europäischen Wirtschaftsraum sanken im insgesamt um 1%.

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Steigerung des Netto-Neugeldzuflusses

Das verwaltete Kundenvermögen der drei grössten liechtensteinischen Bankengruppen legte um 5% auf CHF 440.5 Mrd. zu im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr. Die Halbjahresergebnisse zeigen weiter ein starkes Wachstum des Netto-Neugeldzuflusses um 88% von CHF 8.9 Mrd. im ersten Halbjahr 2022 auf CHF 16.7 Mrd. im ersten Halbjahr 2023.

Am Schweizer Aktienmarkt notierte der Swiss Performance Index (SPI) am 8. Mai 2023 mit 15'292 Punkten den Höchstwert des Jahres und sank bis zum 29. September auf 14'369 Punkte. Nach einem stabilen Start von zwischen 14'100 und 14'700 Punkten sank der SPI im März 2023 auf deinen in diesem Jahr bisherigen Tiefstwert von 13'696 Punkten, erholte sich jedoch schnell auf den erwähnten Höchstwert im Mai 2023.

Der MSCI-Weltindex der Aktien, der die Entwicklung von über 1'600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt, stieg seit Jahresbeginn bis zum 26. September 2023 um 9.6%.

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Finanzdienstleistungsunternehmen zeigen erneut Rekordwachstum

Die Umsätze der 25 umsatzstärksten Unternehmen des Landes waren im ersten Halbjahr 2023 um 15% grösser als im Vorjahr (1. HJ 2022). Bereits im letzten zwei Jahren (2021, 2022) waren die Umsätze im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreshalbjahr kontinuierlich gestiegen.

Dies gilt allerdings nicht für die einzelnen Wirtschaftszweige. Während die Umsätze der sechs Dienstleistungsunternehmen (ohne Finanzdienstleistungen) im ersten Halbjahr 2023 eine Zunahme von 18% verzeichneten, gab es im 2. Halbjahr 2022 Einbussen von 6%. Die sechs Finanzdienstleistungsunternehmen weisen nach dem starken Zuwachs im 2. Halbjahr 2022 (44%) im letzten Halbjahr mit 66% erneut eine deutliche Umsatzsteigerung aus. Mit 4% fällt die Umsatzsteigerung der 13 Unternehmen der Industrie und des warenproduzierenden Gewerbes deutlich tiefer aus, bewegt sich aber im selben Rahmen, wie in den vorhergehenden Halbjahren 2022 (5% und 7%).

Beschäftigungsaufbau ungebrochen

Mitte 2023 lag die Beschäftigtenzahl in Liechtenstein bei rund 42'900 (+/- 200) Personen. Damit arbeiteten 1.8% mehr Personen als Mitte 2022. Nach der stetigen Steigerung der Beschäftigtenzahl seit 2021 bleibt die Entwicklung im Trend, wenn auch nicht so stark wie 2022 mit Zuwächsen von 3.5% und 2.8% im Vergleich zu den Vorjahreshalbjahren. Der Dienstleistungs- und der Landwirtschaftssektor verzeichneten dabei eine Zunahme von 2%. Dies entspricht im Dienstleistungssektor 567 Personen und im Landwirtschaftssektor 6 Personen. Etwas geringer fällt die Veränderung beim Industriesektor aus mit +1% beziehungsweise 191 Personen.

Gemäss Arbeitsmarkt Service Liechtenstein (AMS FL) belief sich die Arbeitslosenquote Ende September 2023 auf 1.4% und liegt damit um 0.2 Prozentpunkt höher als im Vorjahresmonat. Beim AMS FL waren 805 offene Stellen gemeldet, 347 weniger als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig lag die Arbeitslosenzahl bei 284 Personen. Im Berichtsmonat hatte ein Betrieb Anspruch auf Entschädigung wegen wirtschaftlich bedingter Kurzarbeit.

Konjunkturumfrage bei Industrie- und Dienstleistungsunternehmen

An der Konjunkturumfrage per 30. Juni 2023 nahmen 39 Unternehmen des Industriesektors und 26 Unternehmen des Dienstleistungssektors teil. Diese Unternehmen repräsentieren über die Beschäftigung gemessen etwa 70% des industrie- und etwa 25% des Dienstleistungssektors. Am Ende des 2. Quartals 2023 wird die allgemeine Lage in der Industrie und bei den Dienstleistungsunternehmen mehrheitlich als befriedigend beurteilt. Stabilität dominiert die Wahrnehmung der befragten Unternehmen sowohl im Rückblick als auch im Ausblick auf das 3. Quartal 2023.

Nachdem 2021 und 2022 der Mangel an Arbeitskräften die Liste der Produktions- und Leistungshemmnisse dominierte scheint sich die Lage in dieser Hinsicht zu entspannen. Mit 24% (nach Vollzeitäquivalenten gewichtet) der befragten Dienstleistungsunternehmen hat sich der Anteil an Betroffenen fast halbiert gegenüber dem 1. Quartal 2023. Eine Ausnahme bildet der Detailhandel mit 82%. In der Industrie wird die Allgemeine Lage mehrheitlich als verbessert wahrgenommen. Davon abgesehen werden alle Indikatoren sowohl von der Industrie als auch dem Dienstleistungssektor mehrheitlich als unverändert gesehen. Beim Ausblick zeigen sich die befragten Dienstleistungsunternehmen teilweise optimistisch. So sollen die Nachfrage und der Personalbestand im 3. Quartal 2023 zunehmen. Die Befragten der Industrie erwarten keine Veränderungen.

Ein positives Bild zeichnet die Baubranche. 65% der befragten Unternehmen schätzen den sowohl den Stand der allgemeinen Lage als auch den Auftragsbestand als gut ein. Gemäss Baustatistik im 2. Quartal 2023 stiegen die projektierten Baukosten um 16%.

Konsumentenpreise sind im September tiefer

Laut dem schweizerischen Bundesamt für Statistik (BFS) lag die durchschnittliche Jahresteuerung 2022 der Konsumentenpreise bei +2.8%. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sank im September 2023 im Vergleich zum Vormonat um 0.1% und erreichte den Stand von 106.3 Punkten (Dezember 2020=100). Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat betrug die Teuerung +1.7%. Die Kerninflation stieg im September 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.3%. Die Preise der Inlandgüter stiegen in der selben Periode um 2.1%. und die Preise der Importgüter um 0.5%

Der Importpreisindex lag im August 2023 4.1% tiefer als im August 2022 und 0.1% höher als im Vormonat Juli 2023. Laut BFS waren für den Anstieg des Importpreisindexes gegenüber dem Juli 2023 insbesondere die höheren Preise für Mineralölprodukte sowie für Erdöl und Erdgas verantwortlich.

Weitere Leitzinserhöhung der SNB im ersten Halbjahr

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) straffte ihre Geldpolitik 2022 um dem Inflationsdruck mittels Zinserhöhung entgegen zu wirken und mittelfristig Preisstabilität gewährleisten zu können. Auch 2023 wurde der SNB-Leitzins weiter erhöht: Im März stieg der Leitzins erstmals von 1% auf 1.5% und seit Juni 2023 liegt er bei 1.75%. Die SNB belässt den Leitzins im September bei diesem Wert, schliesst aber laut Geldpolitischer Lagebeurteilung vom September 2023 eine weitere Erhöhung nicht aus. Weiterhin werden auch Sichtguthaben unter der Limite zu diesem Satz verzinst.

Die kurzfristigen Zinsen notierten am 6. Oktober in der Schweiz bei 1.70% (SARON), die Renditen der 10-jährigen Schweizer Bundesobligationen liegen am 29. September bei 1.09%. Der Devisenkurs des Schweizer Frankens lag im Monatsmittel des Septembers 2023 bei 0.96 gegenüber dem Euro und bei 0.90 gegenüber dem US-Dollar.

Auch die Europäische Zentralbank passte weiterhin ihre Zinsen an. Im September erhöhte sie den Leitzins zum 6. Mal in diesem Jahr auf 4.5%, nach den Erhöhungen vom Februar (3%), März (3.5%), Mai (3.75%), Juni (4%) und August (4.25%). Die EZB begründet diese Erhöhungen mit der Erwartung, dass die Inflation in der Eurozone trotz des Rückgangs zu lange zu hoch bleiben wird.

Wie die EZB und die SNB hoch auch die US-Notenbank (Fed) den Leitzins 2023 weiter an. Nachdem sie mit 4.25% ins Jahr startete erhöhte sie den Leitzins im ersten Halbjahr bereits vier Mal (Februar, März, Mai, Juli) auf eine Zinsspanne von 5.25% bis 5.5% seit Juli.

Rückgang der Warenexporte im 2. Quartal 2023

Nach der rückläufigen Entwicklung der Warenexporte (konjunkturelles Total) 2022 gab es über den Jahreswechsel wiederum eine Zunahme der Exporte. Auch im ersten Halbjahr 2023 wird eine Exportzunahme von 1.2% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr verzeichnet. Dies ist allerdings auf das erste Quartal zurückzuführen. Im 2. Quartal 2023 sanken die direkten Exporte erneut um 3.2% gegenüber dem Vorjahresquartal auf CHF 788 Mio. Besonders stark vom Rückgang betroffen sind die Produktgruppen Steine und Erden (-28%) sowie Maschinen, Apparate und Elektronik (-16%). Die meisten exportschwächeren Produktgruppen zeigten allerdings eine positive Entwicklung.

In Bezug auf die wichtigsten Handelspartner wurden gegenüber dem Vorjahresquartal lediglich die Exporte nach Frankreich gesteigert, dies um 12%. Die Exporte zu den anderen Haupthandelspartner nahmen um zwischen 3% (Italien) und 12% (USA) ab. Die Exporte in den europäischen Wirtschaftsraum sanken im insgesamt um 1%.

Steigerung des Netto-Neugeldzuflusses

Das verwaltete Kundenvermögen der drei grössten liechtensteinischen Bankengruppen legte um 5% auf CHF 440.5 Mrd. zu im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr. Die Halbjahresergebnisse zeigen weiter ein starkes Wachstum des Netto-Neugeldzuflusses um 88% von CHF 8.9 Mrd. im ersten Halbjahr 2022 auf CHF 16.7 Mrd. im ersten Halbjahr 2023.

Am Schweizer Aktienmarkt notierte der Swiss Performance Index (SPI) am 8. Mai 2023 mit 15'292 Punkten den Höchstwert des Jahres und sank bis zum 29. September auf 14'369 Punkte. Nach einem stabilen Start von zwischen 14'100 und 14'700 Punkten sank der SPI im März 2023 auf deinen in diesem Jahr bisherigen Tiefstwert von 13'696 Punkten, erholte sich jedoch schnell auf den erwähnten Höchstwert im Mai 2023.

Der MSCI-Weltindex der Aktien, der die Entwicklung von über 1'600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt, stieg seit Jahresbeginn bis zum 26. September 2023 um 9.6%.

Die Entwicklung in wichtigen Exportländern

Die liechtensteinische Volkswirtschaft ist ausserordentlich stark von ausländischen Absatz- und Beschaffungsmärkten abhängig. Eine Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung Liechtensteins hat deshalb die Entwicklung der wichtigsten Absatzländer einzubeziehen.

OECD – Weltwirtschaft wächst moderat

Laut dem Economic Outlook vom September 2023 hält sich das globale Wachstum trotz unterwartet gutem Start ins Jahr 2023 moderat. So wird für das BIP weltweit ein unterdurchschnittliches Wachstum von 3% für 2023 und 2.7% für 2024 prognostiziert (Grafik: OECD). Insbesondere liege das an der anhaltend strafferen Geldpolitik der Zentralbanken mit dem Ziel die Inflation einzudämmen. In dieser Hinsicht erwartet die OECD eine stetige Verbesserung über die Jahre 2023 und 2024, wenn auch davon ausgegangen wird, dass die Ziele der Zentralbanken nicht vollumfänglich erreicht werden. Zur Moderierung des Wachstums trage neben der Inflation auch die Unsicherheit über die Stärke und Geschwindigkeit der Wirkung der Geldpolitik bei. Weitere Risiken liegen laut dem Economic Outlook der OECD steigende Staatsschulden und zusätzliche Ausgaben als Reaktion auf den Klimawandel, alternde Bevölkerungen und für den Verteidigungsaufbau.

Der Index der Composite Leading Indicators, der frühzeitig Signale für Wendepunkte in Konjunkturzyklen liefern soll, liegt im September 2023 für die G7-Staaten mit 99.4 Punkten nahe beim langfristigen Wert von 100.

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Schweiz – Arbeitslosigkeit weiterhin tief

Laut Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) stagnierte das BIP in der Schweiz im 2. Quartal 2023 nachdem es im 1. Quartal stark gewachsen war (+0.9%, Sportevent-bereinigt). Für das Jahr 2023 erwartet das SECO 1.3% Wachstum des realen BIP (sportevent-bereinigt). Durch die gute Lage am Arbeitsmarkt konnte sich laut SECO der private Konsum im 2. Quartal gut entwickeln. Weiterhin sei ausserdem die Beschäftigung angestiegen wodurch ein tiefes Niveau der Arbeitslosigkeit erreicht wurde. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote liegt im Juli 2023 bei 2.1%.

Ebenfalls positiv entwickelt sich die Inflation, die im Juli auf 1.6% sank. Dies sei insbesondere auf rückläufige Preise von Erdölprodukten zurückzuführen. Dennoch erwartet das SECO durch die Erhöhung des Leitzinssatzes und steigende Mieten, sowie der steigenden SBB-Preisen weiterhin eine überdurchschnittliche Inflation. Für 2023 prognostiziert das SECO 2.2% und korrigiert seine Prognose für 2024 von 1.5% auf 1.9%. Das SECO betont allerdings die derzeitige Unsicherheit der Inflationsprognosen.

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Deutschland – Wirtschaft erholt sich langsamer als erwartet

Laut dem statistischen Bundesamt Deutschland (Destatis) bleibt das preisbereinigte BIP im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal stabil, nachdem es im ersten Quartal 2023 leicht um 0.1% abgenommen hatte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht dies einem Rückgang von 0.6%, was Destatis insbesondere auf die nach wie vor hohen Preise zurückführt, die sich auf den privaten Konsum auswirken. Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose revidierte ihre Prognose des BIP für das Jahr 2023 um 0.9 Prozentpunkte auf -0.6%.

Die Arbeitslosenquote lag im September 2023 bei 5.7% und damit 0.3 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Dies bei 45.8 Mio. Erwerbstätigen (Inländerprinzip) im August 2023. Diese Zahl ist ebenfalls gestiegen, um 342 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Laut Gemeinschaftsdiagnose soll die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten moderat ansteigen. Es wird mit der Erholung der Wirtschaft aber ein Rückgang der gemeldeten Arbeitslosigkeit 2024 auf 5.6% erwartet.

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USA – Beschäftigungsaufbau gebremst

Im 2. Quartal 2023 wuchs die Wirtschaft in den USA laut Bureau of Economic Analysis (BEA) um 2.1% gegenüber dem ersten Quartal. Damit korrigiert das BEA die erste Schätzung um 0.3 Prozentpunkte. Das verlangsamte Wachstum gehe auf die gebremsten Verbraucher- und Staatsausgaben sowie den Rückgang der Exporte zurück. Dem entgegen wirkten nach dem BEA höhere private Lagerinvestitionen, Anlageinvestitionen ausserhalb von Gebäuden und eine Entschleunigung beim Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen. Die Importe waren rückläufig.

Die Arbeitslosenquote lag im August 2023 in den USA bei 3.8% und damit 0.1 Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahresmonats und 0.4 Prozentpunkte über dem tiefsten Wert des Jahres im Januar 2023. Insgesamt halten sich die Veränderungen damit moderat. Der Beschäftigungsausbau hat sich in der ersten Jahreshälfte 2023 im vergleich zu den Vorjahren deutlich verlangsamt. Im August wird ein Plus von 187'000 Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat verzeichnet, während zwischen 2021 und 2023 im Durchschnitt 349'000 Personen mehr pro Monat beschäftigt wurden.

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OECD – Weltwirtschaft wächst moderat

Laut dem Economic Outlook vom September 2023 hält sich das globale Wachstum trotz unterwartet gutem Start ins Jahr 2023 moderat. So wird für das BIP weltweit ein unterdurchschnittliches Wachstum von 3% für 2023 und 2.7% für 2024 prognostiziert (Grafik: OECD). Insbesondere liege das an der anhaltend strafferen Geldpolitik der Zentralbanken mit dem Ziel die Inflation einzudämmen. In dieser Hinsicht erwartet die OECD eine stetige Verbesserung über die Jahre 2023 und 2024, wenn auch davon ausgegangen wird, dass die Ziele der Zentralbanken nicht vollumfänglich erreicht werden. Zur Moderierung des Wachstums trage neben der Inflation auch die Unsicherheit über die Stärke und Geschwindigkeit der Wirkung der Geldpolitik bei. Weitere Risiken liegen laut dem Economic Outlook der OECD steigende Staatsschulden und zusätzliche Ausgaben als Reaktion auf den Klimawandel, alternde Bevölkerungen und für den Verteidigungsaufbau.

Der Index der Composite Leading Indicators, der frühzeitig Signale für Wendepunkte in Konjunkturzyklen liefern soll, liegt im September 2023 für die G7-Staaten mit 99.4 Punkten nahe beim langfristigen Wert von 100.

Schweiz – Arbeitslosigkeit weiterhin tief

Laut Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) stagnierte das BIP in der Schweiz im 2. Quartal 2023 nachdem es im 1. Quartal stark gewachsen war (+0.9%, Sportevent-bereinigt). Für das Jahr 2023 erwartet das SECO 1.3% Wachstum des realen BIP (sportevent-bereinigt). Durch die gute Lage am Arbeitsmarkt konnte sich laut SECO der private Konsum im 2. Quartal gut entwickeln. Weiterhin sei ausserdem die Beschäftigung angestiegen wodurch ein tiefes Niveau der Arbeitslosigkeit erreicht wurde. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote liegt im Juli 2023 bei 2.1%.

Ebenfalls positiv entwickelt sich die Inflation, die im Juli auf 1.6% sank. Dies sei insbesondere auf rückläufige Preise von Erdölprodukten zurückzuführen. Dennoch erwartet das SECO durch die Erhöhung des Leitzinssatzes und steigende Mieten, sowie der steigenden SBB-Preisen weiterhin eine überdurchschnittliche Inflation. Für 2023 prognostiziert das SECO 2.2% und korrigiert seine Prognose für 2024 von 1.5% auf 1.9%. Das SECO betont allerdings die derzeitige Unsicherheit der Inflationsprognosen.

Deutschland – Wirtschaft erholt sich langsamer als erwartet

Laut dem statistischen Bundesamt Deutschland (Destatis) bleibt das preisbereinigte BIP im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal stabil, nachdem es im ersten Quartal 2023 leicht um 0.1% abgenommen hatte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht dies einem Rückgang von 0.6%, was Destatis insbesondere auf die nach wie vor hohen Preise zurückführt, die sich auf den privaten Konsum auswirken. Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose revidierte ihre Prognose des BIP für das Jahr 2023 um 0.9 Prozentpunkte auf -0.6%.

Die Arbeitslosenquote lag im September 2023 bei 5.7% und damit 0.3 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Dies bei 45.8 Mio. Erwerbstätigen (Inländerprinzip) im August 2023. Diese Zahl ist ebenfalls gestiegen, um 342 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Laut Gemeinschaftsdiagnose soll die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten moderat ansteigen. Es wird mit der Erholung der Wirtschaft aber ein Rückgang der gemeldeten Arbeitslosigkeit 2024 auf 5.6% erwartet.

USA – Beschäftigungsaufbau gebremst

Im 2. Quartal 2023 wuchs die Wirtschaft in den USA laut Bureau of Economic Analysis (BEA) um 2.1% gegenüber dem ersten Quartal. Damit korrigiert das BEA die erste Schätzung um 0.3 Prozentpunkte. Das verlangsamte Wachstum gehe auf die gebremsten Verbraucher- und Staatsausgaben sowie den Rückgang der Exporte zurück. Dem entgegen wirkten nach dem BEA höhere private Lagerinvestitionen, Anlageinvestitionen ausserhalb von Gebäuden und eine Entschleunigung beim Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen. Die Importe waren rückläufig.

Die Arbeitslosenquote lag im August 2023 in den USA bei 3.8% und damit 0.1 Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahresmonats und 0.4 Prozentpunkte über dem tiefsten Wert des Jahres im Januar 2023. Insgesamt halten sich die Veränderungen damit moderat. Der Beschäftigungsausbau hat sich in der ersten Jahreshälfte 2023 im vergleich zu den Vorjahren deutlich verlangsamt. Im August wird ein Plus von 187'000 Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat verzeichnet, während zwischen 2021 und 2023 im Durchschnitt 349'000 Personen mehr pro Monat beschäftigt wurden.

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