Konjunkturbericht

Der Konjunkturbericht berichtet über die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein und gibt einen Überblick über Wirtschaftslage und -aussichten in wichtigen Absatzmärkten.

Konjunkturbericht Frühjahr 2024

Rückläufige Exporte dämpfen Konjunktur

07.05.2024 – Im Konjunkturbericht informiert das Amt für Statistik über die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein und gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage und die Aussichten in den wichtigsten Absatzmärkten.

In Liechtenstein zeichnet sich insgesamt ein optimistisches Bild ab. Die Umsätze und die Beschäftigung entwickeln sich positiv. Auch die allgemeine Lage wird von den liechtensteinischen Unternehmen mehrheitlich als gut beurteilt. Allerdings sind die Exporte sowohl im 2. Halbjahr 2023 als auch im 1. Quartal 2024 rückläufig. Im Währungsraum des Schweizer Frankens bleibt die Teuerung im internationalen Vergleich gering.

Das weltweite Wirtschaftswachstum erwies sich als unerwartet robust. Es zeichnet sich jedoch eine gewisse Abschwächung des Wachstums für das Jahr 2024 ab, wobei vor allem geopolitische Spannungen und zunehmende Verschuldungen der Staaten ein Risiko für das Wachstum und die Inflation darstellen. Sollten sich die finanziellen Bedingungen entspannen, wird mit einer Verbesserung der Lage für das Jahr 2025 gerechnet.

Auf einen Blick

  Die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein
Umsätze

Die Umsätze der 25 umsatzstärksten Unternehmen lagen gemäss den MwSt.-Daten im 2. Halbjahr 2023 um 3.9% über dem Vorjahreswert.

Beschäftigung

Ende 2023 waren in Liechtenstein rund 43'060 Personen beschäftigt. Dies entspricht einer Zunahme der Beschäftigten um 1.3% im Vergleich zum Vorjahr.

Konjunkturumfrage Die befragten Unternehmen beurteilten die Lage im 4. Quartal 2023 weitgehend als gut und erwarteten eine gleichbleibende Entwicklung.
Preise Die Jahresteuerung belief sich im März 2024 auf +1.0%.
Monetäres Umfeld Der Leitzins der SNB wurde 2024 gesenkt und liegt seit März bei 1.5%. Der Devisenkurs des Schweizer Frankens lag im Monatsmittel des März gegenüber dem Euro bei 0.97 und gegenüber dem US-Dollar bei 0.89.
Warenexporte Die direkten Warenexporte lagen im 2. Halbjahr 2023 4.5% unter dem Wert des Vorjahres und nahmen im 1. Quartal 2024 um 7.3% ab im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Finanzdienstleister Das verwaltete Kundenvermögen der Banken in Liechtenstein stieg im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 2.1%.
  Die Entwicklung in wichtigen Exportregionen 2024 (Prognosen OECD)
OECD BIP: +0.9%; Importe: +1.8%
Schweiz BIP: +0.9%; Importe: +1.3%
Deutschland BIP: +0.6%; Importe: +0.3%
USA BIP: +1.5%, Importe: +3.7%

 

Stand der Daten: 29.04.2024

Die konjunkturelle Entwicklung in Liechtenstein

Umsatz der Finanzdienstleister erneut gestiegen

Der Umsatz der 25 umsatzstärksten Unternehmen des Landes war im zweiten Halbjahr 2023 um 3.9% höher als im Vorjahr (2. HJ 2022). Bereits im ersten Halbjahr 2023 war der Umsatz um 13.2% höher als im Vorjahr (1. HJ 2022) gewesen. Diese Zahlen basieren auf den Mehrwertsteuerdaten der Steuerverwaltung.

Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. Insbesondere die sechs Finanzdienstleistungsunternehmen verzeichneten ein starkes Umsatzwachstum von 39.6% im Vergleich zur Vorjahresperiode (2. Halbjahr 2022). Gleichzeitig verzeichneten die sechs Unternehmen der allgemeinen Dienstleistungen (ohne Finanzdienstleistungen) einen Umsatzrückgang von 1.2% im Vergleich zum 2. HJ 2022. Mit einem Umsatzrückgang von 6.0% liegen die 13 Unternehmen der Industrie und des warenproduzierenden Gewerbes unter dem Vorjahreswert.

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Zahl der Beschäftigten steigt weiter

Ende 2023 betrug die Zahl der Beschäftigten in Liechtenstein rund 43'060 Personen. Dies entspricht einer Zunahme von 1.3% gegenüber dem Vorjahr. Der Landwirtschaftssektor verzeichnete einen Zuwachs von 7.4% (20 Personen) und der Dienstleistungssektor von 2.6% (700 Personen). Im Industriesektor wurde ein Rückgang von -1.3% (180 Personen) beobachtet.

Gemäss Arbeitsmarkt Service Liechtenstein (AMS FL) lag die Arbeitslosenquote Ende März 2024 bei 1.5%, 0.1 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Der Bestand an Arbeitslosen belief sich auf 315 Personen. Gleichzeitig waren beim AMS FL 953 offene Stellen gemeldet, um 56 mehr als im Vorjahresmonat. Im März 2024 meldeten 21 Betriebe Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung aus wirtschaftlichen oder witterungsbedingten Gründen an.

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Konjunkturumfrage – Stabilität dominiert die Wahrnehmung

An der Konjunkturumfrage per 31. Dezember 2023 nahmen 42 Unternehmen des Industriesektors und 26 Unternehmen des Dienstleistungssektors teil. Diese Unternehmen repräsentieren über die Beschäftigung gemessen etwa 70% des industrie- und etwa 25% des Dienstleistungssektors. Am Ende des 4. Quartals 2023 wird die allgemeine Lage in der Industrie und bei den Dienstleistungsunternehmen mehrheitlich als gut beurteilt. Stabilität dominiert die Wahrnehmung der befragten Unternehmen sowohl im Rückblick als auch im Ausblick auf das 1. Quartal 2024.

Nach wie vor wird der Arbeitskräftemangel von den Unternehmen als Produktions- und Leistungshemmnis hervorgehoben. Vor allem Dienstleistungsunternehmen sind mit 50.3% der Befragten (gewichtet nach Beschäftigten) von diesem Problem betroffen. Die Unternehmen der Industrie und des Baugewerbes zeichnen ein überwiegend stabiles Bild. Die allgemeine Lage und die Auftragslage werden mehrheitlich als gut eingeschätzt, während sich die übrigen Faktoren nach Einschätzung der Befragten insgesamt nicht verändert haben. Auch für das 1. Quartal 2024 erwarten die Unternehmen der Industrie und des Baugewerbes eine stabile Entwicklung der allgemeinen Lage. In den befragten Dienstleistungsbranchen ist die Geschäftslage zum Jahresende 2023 überwiegend gut. Die Unternehmen beobachten eine sinkende Nachfrage, während die Ertragslage im Vergleich zum Vorquartal unverändert ist. Auch der Personalbestand hat sich im Vergleich zum Vorquartal nicht verändert. Die Erwartungen der Dienstleistungsunternehmen für das laufende Quartal sind verhalten.

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Stabile Konsumentenpreise im März

Laut dem schweizerischen Bundesamt für Statistik (BFS) lag die durchschnittliche Jahresteuerung der Konsumentenpreise 2023 bei +2.1%. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) blieb im März 2024 im Vergleich zum Vormonat Februar unverändert und erreichte den Stand von 107.1 Punkten (Dezember 2020 = 100). Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug die Teuerung +1.0%. Die Kerninflation stieg im März 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.0%. Die Preise der Inlandgüter stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.8% und die Preise der Importgüter sanken um 1.3%.

Der Importpreisindex lag im März 2024 5.4% tiefer als im März 2023 und 0.1% höher als im Vormonat Februar 2024. Laut BFS waren für den Anstieg des Importpreisindexes gegenüber dem Februar 2024 insbesondere die höheren Preise für Mineralölprodukte, Bekleidung, Metalle und Metallhalbzeug verantwortlich. Billiger wurden dagegen Erdöl und Erdgas sowie pharmazeutische Spezialitäten.

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Leitzinssenkung der SNB im 2024

Die Nationalbank lockert ihre Geldpolitik und senkt den SNB-Leitzins im März 2024 um 0.25 Prozentpunkte auf 1.5%. Diese Lockerung der Geldpolitik wurde möglich, weil die Bekämpfung der Inflation wirksam war und eine gewisse Preisstabilität gewährleistet ist. Laut Geldpolitischer Lagebeurteilung vom März 2024 berücksichtigt die Nationalbank damit den verminderten Inflationsdruck und die im letzten Jahr erfolgte reale Aufwertung des Frankens. Sichtguthaben werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst und oberhalb dieser Limite zu 1.0%.

Die kurzfristigen Zinsen notierten am 25. April 2024 in der Schweiz bei 1.45% (SARON), die Renditen der 10-jährigen Schweizer Bundesobligationen liegen am 25. April 2024 bei 0.73%. Der Devisenkurs des Schweizer Frankens lag im Monatsmittel des März 2024 gegenüber dem Euro bei 0.97 und gegenüber dem US-Dollar bei 0.89.

Auch die Europäische Zentralbank passte ihre Zinsen an. Im September 2023 erhöhte sie den Leitzins zum 6. Mal in diesem Jahr auf 4.5%, nach den Erhöhungen vom Februar (3.0%), März (3.5%), Mai (3.75%), Juni (4.0%) und August (4.25%). Die EZB begründet diese Erhöhungen mit der Erwartung, dass die Inflation in der Eurozone trotz des Rückgangs zu lange zu hoch bleiben wird.

Die US-Notenbank (Fed) hält an ihrem hohen Zinsniveau fest. Der Leitzins liegt bei einer Zinsspanne von 5.25 bis 5.5 Prozent und ist damit zum fünften Mal in Folge unverändert auf hohem Niveau. Die Inflationsrate sank gegenüber dem Vorjahresmonat und stand im März 2024 bei 3.5%.

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Rückgang der Warenexporte im 1. Quartal 2024

Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr nahmen die Warenexporte im ersten Halbjahr 2023 um 1.2% zu. Im zweiten Halbjahr war ein Rückgang von 4.5% zu verzeichnen.

Im 1. Quartal 2024 gingen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7.3% zurück. Die Exporte beliefen sich auf CHF 786 Mio. Besonders betroffen vom Rückgang waren die Warenarten Papier, Papierwaren und Grafische Erzeugnisse (-35.5%) sowie Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie (-18.0%). Drei der 12 Warenarten verzeichneten jedoch auch eine Zunahme. So nahmen die Energieträger (+24.7%), die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+7.6%) sowie die Steine und Erden (+1.3%) zu.

Bezogen auf die wichtigsten Handelspartner stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal nur die Exporte nach Österreich (+4.5%). Die Exporte zu den anderen Haupthandelspartnern gingen hingegen zurück. Am stärksten betroffen waren die Ausfuhren nach China (-21.3%), Italien (-16.9%), Frankreich (-13.6%) und in das Vereinigte Königreich (-10.8%).

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Liechtensteiner Banken verwalten mehr Kundenvermögen

Die verwalteten Kundenvermögen der Banken in Liechtenstein stiegen im Jahr 2023 gemäss der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein um 2.1% auf CHF 191.1 Mrd. Der Nettozufluss an Neugeldern der Banken in Liechtenstein betrug im Jahr 2023 rund CHF 4.7 Mrd.

Gemäss der provisorischen Auswertung der Jahresergebnisse der liechtensteinischen Banken, nahm der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft im Jahr 2023 um 8.0% ab.

Am Schweizer Aktienmarkt notierte der Swiss Performance Index (SPI) am 8. Mai 2023 mit 15'292 Punkten den Höchstwert des Jahres und sank bis zum 27. Oktober auf 13'508 Punkte. Der SPI lag 2024 zwischen 14'516 und 15'443 Punkten und notiert am 25. April 2024 15'015 Punkte.

Der MSCI-Weltindex Aktien, der die Entwicklung von über 1'600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt, stieg seit Jahresbeginn bis zum 24. April 2024 um 4.9%.

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Umsatz der Finanzdienstleister erneut gestiegen

Der Umsatz der 25 umsatzstärksten Unternehmen des Landes war im zweiten Halbjahr 2023 um 3.9% höher als im Vorjahr (2. HJ 2022). Bereits im ersten Halbjahr 2023 war der Umsatz um 13.2% höher als im Vorjahr (1. HJ 2022) gewesen. Diese Zahlen basieren auf den Mehrwertsteuerdaten der Steuerverwaltung.

Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. Insbesondere die sechs Finanzdienstleistungsunternehmen verzeichneten ein starkes Umsatzwachstum von 39.6% im Vergleich zur Vorjahresperiode (2. Halbjahr 2022). Gleichzeitig verzeichneten die sechs Unternehmen der allgemeinen Dienstleistungen (ohne Finanzdienstleistungen) einen Umsatzrückgang von 1.2% im Vergleich zum 2. HJ 2022. Mit einem Umsatzrückgang von 6.0% liegen die 13 Unternehmen der Industrie und des warenproduzierenden Gewerbes unter dem Vorjahreswert.

Zahl der Beschäftigten steigt weiter

Ende 2023 betrug die Zahl der Beschäftigten in Liechtenstein rund 43'060 Personen. Dies entspricht einer Zunahme von 1.3% gegenüber dem Vorjahr. Der Landwirtschaftssektor verzeichnete einen Zuwachs von 7.4% (20 Personen) und der Dienstleistungssektor von 2.6% (700 Personen). Im Industriesektor wurde ein Rückgang von -1.3% (180 Personen) beobachtet.

Gemäss Arbeitsmarkt Service Liechtenstein (AMS FL) lag die Arbeitslosenquote Ende März 2024 bei 1.5%, 0.1 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Der Bestand an Arbeitslosen belief sich auf 315 Personen. Gleichzeitig waren beim AMS FL 953 offene Stellen gemeldet, um 56 mehr als im Vorjahresmonat. Im März 2024 meldeten 21 Betriebe Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung aus wirtschaftlichen oder witterungsbedingten Gründen an.

Konjunkturumfrage – Stabilität dominiert die Wahrnehmung

An der Konjunkturumfrage per 31. Dezember 2023 nahmen 42 Unternehmen des Industriesektors und 26 Unternehmen des Dienstleistungssektors teil. Diese Unternehmen repräsentieren über die Beschäftigung gemessen etwa 70% des industrie- und etwa 25% des Dienstleistungssektors. Am Ende des 4. Quartals 2023 wird die allgemeine Lage in der Industrie und bei den Dienstleistungsunternehmen mehrheitlich als gut beurteilt. Stabilität dominiert die Wahrnehmung der befragten Unternehmen sowohl im Rückblick als auch im Ausblick auf das 1. Quartal 2024.

Nach wie vor wird der Arbeitskräftemangel von den Unternehmen als Produktions- und Leistungshemmnis hervorgehoben. Vor allem Dienstleistungsunternehmen sind mit 50.3% der Befragten (gewichtet nach Beschäftigten) von diesem Problem betroffen. Die Unternehmen der Industrie und des Baugewerbes zeichnen ein überwiegend stabiles Bild. Die allgemeine Lage und die Auftragslage werden mehrheitlich als gut eingeschätzt, während sich die übrigen Faktoren nach Einschätzung der Befragten insgesamt nicht verändert haben. Auch für das 1. Quartal 2024 erwarten die Unternehmen der Industrie und des Baugewerbes eine stabile Entwicklung der allgemeinen Lage. In den befragten Dienstleistungsbranchen ist die Geschäftslage zum Jahresende 2023 überwiegend gut. Die Unternehmen beobachten eine sinkende Nachfrage, während die Ertragslage im Vergleich zum Vorquartal unverändert ist. Auch der Personalbestand hat sich im Vergleich zum Vorquartal nicht verändert. Die Erwartungen der Dienstleistungsunternehmen für das laufende Quartal sind verhalten.

Stabile Konsumentenpreise im März

Laut dem schweizerischen Bundesamt für Statistik (BFS) lag die durchschnittliche Jahresteuerung der Konsumentenpreise 2023 bei +2.1%. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) blieb im März 2024 im Vergleich zum Vormonat Februar unverändert und erreichte den Stand von 107.1 Punkten (Dezember 2020 = 100). Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug die Teuerung +1.0%. Die Kerninflation stieg im März 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.0%. Die Preise der Inlandgüter stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.8% und die Preise der Importgüter sanken um 1.3%.

Der Importpreisindex lag im März 2024 5.4% tiefer als im März 2023 und 0.1% höher als im Vormonat Februar 2024. Laut BFS waren für den Anstieg des Importpreisindexes gegenüber dem Februar 2024 insbesondere die höheren Preise für Mineralölprodukte, Bekleidung, Metalle und Metallhalbzeug verantwortlich. Billiger wurden dagegen Erdöl und Erdgas sowie pharmazeutische Spezialitäten.

Leitzinssenkung der SNB im 2024

Die Nationalbank lockert ihre Geldpolitik und senkt den SNB-Leitzins im März 2024 um 0.25 Prozentpunkte auf 1.5%. Diese Lockerung der Geldpolitik wurde möglich, weil die Bekämpfung der Inflation wirksam war und eine gewisse Preisstabilität gewährleistet ist. Laut Geldpolitischer Lagebeurteilung vom März 2024 berücksichtigt die Nationalbank damit den verminderten Inflationsdruck und die im letzten Jahr erfolgte reale Aufwertung des Frankens. Sichtguthaben werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst und oberhalb dieser Limite zu 1.0%.

Die kurzfristigen Zinsen notierten am 25. April 2024 in der Schweiz bei 1.45% (SARON), die Renditen der 10-jährigen Schweizer Bundesobligationen liegen am 25. April 2024 bei 0.73%. Der Devisenkurs des Schweizer Frankens lag im Monatsmittel des März 2024 gegenüber dem Euro bei 0.97 und gegenüber dem US-Dollar bei 0.89.

Auch die Europäische Zentralbank passte ihre Zinsen an. Im September 2023 erhöhte sie den Leitzins zum 6. Mal in diesem Jahr auf 4.5%, nach den Erhöhungen vom Februar (3.0%), März (3.5%), Mai (3.75%), Juni (4.0%) und August (4.25%). Die EZB begründet diese Erhöhungen mit der Erwartung, dass die Inflation in der Eurozone trotz des Rückgangs zu lange zu hoch bleiben wird.

Die US-Notenbank (Fed) hält an ihrem hohen Zinsniveau fest. Der Leitzins liegt bei einer Zinsspanne von 5.25 bis 5.5 Prozent und ist damit zum fünften Mal in Folge unverändert auf hohem Niveau. Die Inflationsrate sank gegenüber dem Vorjahresmonat und stand im März 2024 bei 3.5%.

Rückgang der Warenexporte im 1. Quartal 2024

Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr nahmen die Warenexporte im ersten Halbjahr 2023 um 1.2% zu. Im zweiten Halbjahr war ein Rückgang von 4.5% zu verzeichnen.

Im 1. Quartal 2024 gingen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7.3% zurück. Die Exporte beliefen sich auf CHF 786 Mio. Besonders betroffen vom Rückgang waren die Warenarten Papier, Papierwaren und Grafische Erzeugnisse (-35.5%) sowie Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie (-18.0%). Drei der 12 Warenarten verzeichneten jedoch auch eine Zunahme. So nahmen die Energieträger (+24.7%), die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+7.6%) sowie die Steine und Erden (+1.3%) zu.

Bezogen auf die wichtigsten Handelspartner stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal nur die Exporte nach Österreich (+4.5%). Die Exporte zu den anderen Haupthandelspartnern gingen hingegen zurück. Am stärksten betroffen waren die Ausfuhren nach China (-21.3%), Italien (-16.9%), Frankreich (-13.6%) und in das Vereinigte Königreich (-10.8%).

Liechtensteiner Banken verwalten mehr Kundenvermögen

Die verwalteten Kundenvermögen der Banken in Liechtenstein stiegen im Jahr 2023 gemäss der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein um 2.1% auf CHF 191.1 Mrd. Der Nettozufluss an Neugeldern der Banken in Liechtenstein betrug im Jahr 2023 rund CHF 4.7 Mrd.

Gemäss der provisorischen Auswertung der Jahresergebnisse der liechtensteinischen Banken, nahm der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft im Jahr 2023 um 8.0% ab.

Am Schweizer Aktienmarkt notierte der Swiss Performance Index (SPI) am 8. Mai 2023 mit 15'292 Punkten den Höchstwert des Jahres und sank bis zum 27. Oktober auf 13'508 Punkte. Der SPI lag 2024 zwischen 14'516 und 15'443 Punkten und notiert am 25. April 2024 15'015 Punkte.

Der MSCI-Weltindex Aktien, der die Entwicklung von über 1'600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt, stieg seit Jahresbeginn bis zum 24. April 2024 um 4.9%.

Die Entwicklung in wichtigen Exportländern

Die liechtensteinische Volkswirtschaft ist ausserordentlich stark von ausländischen Absatz- und Beschaffungsmärkten abhängig. Eine Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung Liechtensteins hat deshalb die Entwicklung der wichtigsten Absatzländer einzubeziehen.

OECD – Robustes Wachstum der Weltwirtschaft

Laut dem Economic Outlook vom Februar 2024 der OECD erwies sich das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 als unerwartet robust, wobei die Inflation schneller als erwartet zurückging. Jüngste Indikatoren deuten jedoch auf eine gewisse Abschwächung des Wachstums hin. Für den Wachstum des globalen BIP wird prognostiziert, dass es sich von 3.1% im Jahr 2023 auf 2.9% im Jahr 2024 abschwächen wird. Für das Jahr 2025 wird erwartet, dass es sich wieder erholt, vorausgesetzt die finanziellen Bedingungen entspannen sich. Dabei stellen geopolitische Spannungen kurzfristig ein erhebliches Risiko für das Wachstum und die Inflation dar, insbesondere wenn der Konflikt im Nahen Osten die Energiemärkte stören sollte. Zudem stehen laut Economic Outlook der OECD die Regierungen vor wachsenden Herausforderungen aufgrund der steigenden Schuldenlasten und eines erheblichen zusätzlichen Drucks von künftigen Ausgaben.

Der Index der Composite Leading Indicators, der frühzeitig Signale für Wendepunkte in Konjunkturzyklen liefern soll, liegt im November 2023 für die G7-Staaten mit 99.5 nahe beim langfristigen Wert von 100.

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Schweiz – Dienstleistungssektor als Wachstumsstütze

Laut Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) wuchs das Sportevent-bereinigte BIP der Schweiz im 4. Quartal 2023 moderat (+0.3%) und setzt damit das unterdurchschnittliche Wachstum des Vorquartals fort (+0.3%). Wiederholt erweist sich dabei der Dienstleistungssektor als massgebliche Wachstumsstütze. Hingegen war die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe rückläufig. Gleichzeitig gingen auch die Investitionen zurück. Im 4. Quartal 2024 wuchs jedoch der private Konsum weiter an, gestützt durch die weiterhin gute Lage am Arbeitsmarkt. Laut SECO steht die Wachstumsverlangsamung im Zusammenhang mit der Normalisierung im Nachgang der Corona Krise. Zudem war die konjunkturelle Entwicklung durch das herausfordernde internationale Umfeld belastet.

Die Inflation bewegte sich im letzten Halbjahr 2023 relativ stabil mit einer leicht negativen Tendenz bei 1.6%. Zum Rückgang der Inflation trugen vor allem die Preise für Energieträger und für Industriegüter bei. Auch bei den Nahrungsmitteln liess die Teuerung weiter nach.

Das SECO prognostiziert vor diesem Hintergrund ein Wirtschaftswachstum von 1.1% im Jahr 2024. Damit würde die Schweizer Wirtschaft das zweite Jahr in Folge deutlich unterdurchschnittlich wachsen.

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Deutschland – kränkelnde Wirtschaft

Laut dem statistischen Bundesamt Deutschland (Destatis) ergibt sich für das gesamte Jahr 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0.3%. In den ersten drei Quartalen stagnierte das BIP weitestgehend und sank im 4.Quartal gegenüber dem 3. Quartal um 0.3%. Grund für diese Entwicklung liegen laut Destatis an den anhaltend schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Arbeitslosenquote lag im März 2024 bei 6.0% und damit 0.3 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland belief sich im Februar 2024 auf 45.7 Mio., rund 0.2 Mio. mehr als ein Jahr zuvor.

Für das Jahr 2024 erwartet Deutschland nach der Gemeinschaftsdiagnose deutscher Prognoseinstitute vom 27. März 2024 ein reales BIP-Wachstum von 0.1%. Die deutsche Gemeinschaftsdiagnose ist also weniger optimistischer als noch im Herbst. Insgesamt wird erwartet, dass sich die Inflation im laufenden Jahr 2024 um 2.3% erhöht und im Jahr 2025 um 1.8%.

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USA – Beschäftigungsaufbau geht weiter

Die Wirtschaft in den USA wuchs im 4. Quartal 2023 um 3.4% und im 1. Quartal 2024 um 1.6%. Dieser verlangsamte Anstieg spiegelt laut Bureau of Economic Analysis (BEA) in erster Linie die einen Rückgang in den Verbraucherausgaben, der Exporte sowie der Staats- und Kommunalausgaben sowie einen Rückgang der Bundesausgaben wider.

Die Arbeitslosenquote lag im März 2024 bei 3.8% und damit 0.3 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat und gleichauf mit dem höchsten Wert im Jahr 2023. Insgesamt ist ein kontinuierlicher Anstieg im ersten Quartal 2024 zu beobachten. Im März 2024 wurden 33'000 mehr Beschäftigte gemeldet als noch im Februar 2024 und belaufen sich auf 303'000.

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OECD – Robustes Wachstum der Weltwirtschaft

Laut dem Economic Outlook vom Februar 2024 der OECD erwies sich das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 als unerwartet robust, wobei die Inflation schneller als erwartet zurückging. Jüngste Indikatoren deuten jedoch auf eine gewisse Abschwächung des Wachstums hin. Für den Wachstum des globalen BIP wird prognostiziert, dass es sich von 3.1% im Jahr 2023 auf 2.9% im Jahr 2024 abschwächen wird. Für das Jahr 2025 wird erwartet, dass es sich wieder erholt, vorausgesetzt die finanziellen Bedingungen entspannen sich. Dabei stellen geopolitische Spannungen kurzfristig ein erhebliches Risiko für das Wachstum und die Inflation dar, insbesondere wenn der Konflikt im Nahen Osten die Energiemärkte stören sollte. Zudem stehen laut Economic Outlook der OECD die Regierungen vor wachsenden Herausforderungen aufgrund der steigenden Schuldenlasten und eines erheblichen zusätzlichen Drucks von künftigen Ausgaben.

Der Index der Composite Leading Indicators, der frühzeitig Signale für Wendepunkte in Konjunkturzyklen liefern soll, liegt im November 2023 für die G7-Staaten mit 99.5 nahe beim langfristigen Wert von 100.

Schweiz – Dienstleistungssektor als Wachstumsstütze

Laut Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) wuchs das Sportevent-bereinigte BIP der Schweiz im 4. Quartal 2023 moderat (+0.3%) und setzt damit das unterdurchschnittliche Wachstum des Vorquartals fort (+0.3%). Wiederholt erweist sich dabei der Dienstleistungssektor als massgebliche Wachstumsstütze. Hingegen war die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe rückläufig. Gleichzeitig gingen auch die Investitionen zurück. Im 4. Quartal 2024 wuchs jedoch der private Konsum weiter an, gestützt durch die weiterhin gute Lage am Arbeitsmarkt. Laut SECO steht die Wachstumsverlangsamung im Zusammenhang mit der Normalisierung im Nachgang der Corona Krise. Zudem war die konjunkturelle Entwicklung durch das herausfordernde internationale Umfeld belastet.

Die Inflation bewegte sich im letzten Halbjahr 2023 relativ stabil mit einer leicht negativen Tendenz bei 1.6%. Zum Rückgang der Inflation trugen vor allem die Preise für Energieträger und für Industriegüter bei. Auch bei den Nahrungsmitteln liess die Teuerung weiter nach.

Das SECO prognostiziert vor diesem Hintergrund ein Wirtschaftswachstum von 1.1% im Jahr 2024. Damit würde die Schweizer Wirtschaft das zweite Jahr in Folge deutlich unterdurchschnittlich wachsen.

Deutschland – kränkelnde Wirtschaft

Laut dem statistischen Bundesamt Deutschland (Destatis) ergibt sich für das gesamte Jahr 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0.3%. In den ersten drei Quartalen stagnierte das BIP weitestgehend und sank im 4.Quartal gegenüber dem 3. Quartal um 0.3%. Grund für diese Entwicklung liegen laut Destatis an den anhaltend schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Arbeitslosenquote lag im März 2024 bei 6.0% und damit 0.3 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland belief sich im Februar 2024 auf 45.7 Mio., rund 0.2 Mio. mehr als ein Jahr zuvor.

Für das Jahr 2024 erwartet Deutschland nach der Gemeinschaftsdiagnose deutscher Prognoseinstitute vom 27. März 2024 ein reales BIP-Wachstum von 0.1%. Die deutsche Gemeinschaftsdiagnose ist also weniger optimistischer als noch im Herbst. Insgesamt wird erwartet, dass sich die Inflation im laufenden Jahr 2024 um 2.3% erhöht und im Jahr 2025 um 1.8%.

USA – Beschäftigungsaufbau geht weiter

Die Wirtschaft in den USA wuchs im 4. Quartal 2023 um 3.4% und im 1. Quartal 2024 um 1.6%. Dieser verlangsamte Anstieg spiegelt laut Bureau of Economic Analysis (BEA) in erster Linie die einen Rückgang in den Verbraucherausgaben, der Exporte sowie der Staats- und Kommunalausgaben sowie einen Rückgang der Bundesausgaben wider.

Die Arbeitslosenquote lag im März 2024 bei 3.8% und damit 0.3 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat und gleichauf mit dem höchsten Wert im Jahr 2023. Insgesamt ist ein kontinuierlicher Anstieg im ersten Quartal 2024 zu beobachten. Im März 2024 wurden 33'000 mehr Beschäftigte gemeldet als noch im Februar 2024 und belaufen sich auf 303'000.

Methodik & Qualität

Der halbjährlich veröffentlichte Konjunkturbericht basiert auf unterschiedlichen Veröffentlichungen des Amts für Statistik, Verwaltungsdaten und Veröffentlichungen anderer Institutionen. Es handelt sich um eine Zusammenfassung volkswirtschaftlicher Daten, mit dem Ziel einen Überblick über die konjunkturelle Lage zu ermöglichen.

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