Erwerbstätigkeit, Erwerbslosigkeit

Erwerbstätige mit Wohnsitz in Liechtenstein (Inländerkonzept) sind Personen, die als Arbeitnehmende oder Selbständige beziehungsweise mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Arbeit ausüben.

Die Ergebnisse der ständigen Bevölkerung nach Erwerbsstatus Stand 30. Juni werden 6 Monate und die Ergebnisse Stand 31. Dezember werden 9 Monate nach dem Stichtag publiziert.

Im Gegensatz dazu wird die Bezeichnung Beschäftigte für in Liechtenstein arbeitende Personen verwendet, d.h. es gilt das Inlandkonzept, welches aus dem Ausland zupendelnde Beschäftigte mitberücksichtigt. Mehr darüber unter Beschäftigung.

73% der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor tätig

17.12.2025 – Am 30. Juni 2025 waren von den 41’024 Personen der ständigen Bevölkerung in Liechtenstein 20’736 Personen als erwerbstätig registriert. Damit lag die Quote der Erwerbstätigen an der ständigen Bevölkerung bei 50.5%. Ein Anteil von 88.2% der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung verfügte über eine Arbeitsstelle in Liechtenstein, 11.8% pendelten zu einer Arbeitsstelle ins Ausland.

Erwerbstätige Bevölkerung nahm um 100 Personen ab

Die 20’736 Erwerbstätigen waren per 30. Juni 2025 zu 73.0% im Sektor 3 Dienstleistungen, zu 25.9% im Sektor 2 Industrie und zu 1.1% im Sektor 1 Landwirtschaft tätig. Gegenüber dem Vorjahr waren im Sektor 1 Landwirtschaft 4 Erwerbstätige mehr, im Sektor 2 Industrie 156 Erwerbstätige weniger und im Sektor 3 Dienstleistungen wurde eine Zunahme von 52 Erwerbstätige verzeichnet.

Erwerbstätigenquote in Gamprin am höchsten

Von den 20'736 Erwerbstätigen waren per 30. Juni 2025 insgesamt 13'032 Personen im Oberland und 7'704 Personen im Unterland wohnhaft. Der Anteil der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung an der gesamten ständigen Bevölkerung (die Erwerbstätigenquote) war mit 52.4% in der Gemeinde Gamprin am höchsten. Es folgen Mauren mit einer Quote von 52.1% und Schellenberg mit 52.0% auf den Plätzen zwei und drei. Die niedrigste Quote wird mit 48.9% für Balzers berechnet. Die Erwerbstätigenquote im Unterland ist mit 51.7% höher als jene im Oberland mit 49.9%.

63% der im Inland erwerbstätigen ständigen Bevölkerung besitzen die liechtensteinische Staatsbürgerschaft

Am 30. Juni 2025 waren 11'595 liechtensteinische und 6'695 ausländische Personen der ständigen Bevölkerung in Liechtenstein erwerbstätig, d.h. zirka 2 von 3 Erwerbstätigen der ständigen Bevölkerung hatten die liechtensteinische und jede 3. Person eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die Zahl der im Inland tätigen ständigen Bevölkerung Liechtensteins ist seit 2014 per Mitte Jahr um durchschnittlich 1.0% pro Jahr gestiegen. Dabei stiegen sowohl die Anzahl der Personen mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft als auch die Anzahl der Personen mit einer ausländerrechtlichen Bewilligung an.

Erwerbstätige Bevölkerung nahm um 100 Personen ab

Die 20’736 Erwerbstätigen waren per 30. Juni 2025 zu 73.0% im Sektor 3 Dienstleistungen, zu 25.9% im Sektor 2 Industrie und zu 1.1% im Sektor 1 Landwirtschaft tätig. Gegenüber dem Vorjahr waren im Sektor 1 Landwirtschaft 4 Erwerbstätige mehr, im Sektor 2 Industrie 156 Erwerbstätige weniger und im Sektor 3 Dienstleistungen wurde eine Zunahme von 52 Erwerbstätige verzeichnet.

Erwerbstätigenquote in Gamprin am höchsten

Von den 20'736 Erwerbstätigen waren per 30. Juni 2025 insgesamt 13'032 Personen im Oberland und 7'704 Personen im Unterland wohnhaft. Der Anteil der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung an der gesamten ständigen Bevölkerung (die Erwerbstätigenquote) war mit 52.4% in der Gemeinde Gamprin am höchsten. Es folgen Mauren mit einer Quote von 52.1% und Schellenberg mit 52.0% auf den Plätzen zwei und drei. Die niedrigste Quote wird mit 48.9% für Balzers berechnet. Die Erwerbstätigenquote im Unterland ist mit 51.7% höher als jene im Oberland mit 49.9%.

63% der im Inland erwerbstätigen ständigen Bevölkerung besitzen die liechtensteinische Staatsbürgerschaft

Am 30. Juni 2025 waren 11'595 liechtensteinische und 6'695 ausländische Personen der ständigen Bevölkerung in Liechtenstein erwerbstätig, d.h. zirka 2 von 3 Erwerbstätigen der ständigen Bevölkerung hatten die liechtensteinische und jede 3. Person eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die Zahl der im Inland tätigen ständigen Bevölkerung Liechtensteins ist seit 2014 per Mitte Jahr um durchschnittlich 1.0% pro Jahr gestiegen. Dabei stiegen sowohl die Anzahl der Personen mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft als auch die Anzahl der Personen mit einer ausländerrechtlichen Bewilligung an.

Methodik & Qualität

Zweck dieses Dokuments ist es, den Nutzerinnen und Nutzern Hintergrundinformationen über die Methodik und die Qualität der statistischen Informationen zu bieten. Dies ermöglicht es, die Aussagekraft der Ergebnisse besser einzuschätzen.

Der Abschnitt über die Methodik orientiert zunächst über Zweck und Gegenstand der Statistik und beschreibt dann die Datenquellen sowie die Datenaufbereitung. Es folgen Angaben zur Publikation der Ergebnisse sowie wichtige Hinweise.

Der Abschnitt über die Qualität basiert auf den Vorgaben des Europäischen Statistischen Systems über die Qualitätsberichterstattung und beschreibt Relevanz, Genauigkeit, Aktualität, Pünktlichkeit, Kohärenz und Vergleichbarkeit der statistischen Informationen.

1 von 4 Erwerbstätigen ist im Industriesektor tätig

25.09.2026 – Von den 41'228 Personen der ständigen Bevölkerung waren am 31. Dezember 2025 insgesamt 20'999 Personen im In- oder Ausland erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl der Erwerbstätigen damit um 0.6%. Mit einem Anteil von 73.1% waren fast drei Viertel der Erwerbstätigen am 31. Dezember 2025 im Sektor 3 Dienstleistungen registriert, 25.8% entfielen auf den Sektor 2 Industrie und 1.1% auf den Sektor 1 Landwirtschaft. Per 31. Dezember 2025 wurden in Liechtenstein 742 Personen als erwerbslos ausgewiesen. Die Erwerbslosenquote wird mit 3.6% berechnet und liegt 0.3 Prozentpunkte über dem Vorjahr.

87% der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in Liechtenstein

Per 31. Dezember 2025 waren 20'999 Personen der ständigen Bevölkerung Liechtensteins erwerbstätig, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 0.6% entspricht. Im zehnjährigen Vergleich hat sich die Zahl der erwerbstätigen Bevölkerung in Liechtenstein kontinuierlich erhöht, durchschnittlich um 0.9% pro Jahr.

Im Berichtsjahr pendelten 12.5% der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung Liechtensteins zu einer Arbeitsstätte im Ausland. Entsprechend war mit 87.5% ein Grossteil der erwerbstätigen Bevölkerung bei einer Arbeitsstätte in Liechtenstein beschäftigt. Zudem verfügten 61.8% der erwerbstätigen Bevölkerung über eine liechtensteinische und 38.2% über eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Wird die Erwerbstätigenquote – welche sich aus dem Verhältnis der erwerbstätigen Personen zur ständigen Bevölkerung, jeweils im Alter von 20 bis 64 Jahren berechnet – betrachtet, so zeigt sich, dass 2025 der Wert mit 78.1% bei den Personen mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft höher ist als bei jenen mit ausländischer Staatsbürgerschaft mit 75.6%. Die etwas grössere Differenz seit 2024 ist auch im Kontext der ab dem Berichtsjahr 2024 gültigen Anpassung der Bevölkerungsdefinition zu sehen, durch welche eine Zunahme der ständigen Bevölkerung verzeichnet wurde. Im Unterschied zur bis 2023 gültigen Definition werden alle Personen mit ausländerrechtlichen Bewilligungen L, F, N und S ab einer ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von 12 Monaten der ständigen Bevölkerung zugeordnet. Bis 2023 wurden Personen mit den Bewilligungen N und S unabhängig von ihrer Aufenthaltsdauer der nichtständigen Bevölkerung zugeteilt. Da Personen mit diesen Bewilligungstypen weniger häufig erwerbstätig sind, wirkt sich dies auch auf die Erwerbstätigenquote aus. Details zur angepassten Definition finden sich in der Sonderpublikation "Vergleich der Bevölkerungsdefinitionen - Bevölkerungsstand per 31. Dezember 2023".

54% Frauenanteil bei den Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor

73.1% der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung arbeitete am 31. Dezember 2025 im Sektor 3 Dienstleistungen, 25.8% im Sektor 2 Industrie und 1.1% im Sektor 1 Landwirtschaft. Während der Anteil im Sektor 3 Dienstleistungen seit 2006 von 64.1% fast kontinuierlich auf den aktuellen Anteil – dem Höchstwert – anstieg, sank er im Sektor 2 von 34.2% beinahe stetig auf 25.8% im Berichtsjahr. Der Sektor 1 ist mit einer Abnahme von 1.7% auf 1.1% seit 2006 tendenziell rückläufig, aber seit 2016 stabil.

Von den per 31. Dezember 2025 gezählten 20'999 erwerbstätigen Personen der ständigen Bevölkerung waren 46.1% Frauen und 53.9% Männer. Der Sektor 3 Dienstleistungen weist mit 53.8% den höchsten Frauenanteil aus, im Sektor 2 Industrie mit 25.2% und Sektor 1 Landwirtschaft mit 27.7% ist der Frauenanteil jeweils deutlich tiefer.

Beginnend mit dem Berichtsjahr 2025 werden die Wirtschaftszweige gemäss Klassifikation NOGA 2025 kodiert. Dies führt nur zu minimalen Änderungen hinsichtlich der Zuteilung zu den Wirtschaftssektoren: Gemäss der neu verwendeten Klassifikation NOGA 2025 waren per 31. Dezember 2025 insgesamt 224 (gemäss Klassifikation NOGA 2008, 224) Personen im Sektor 1 Landwirtschaft, 5'418 (5'434) Personen im Sektor 2 Industrie und 15'357 (15'341) Personen im Sektor 3 Dienstleistungen beschäftigt. Die Tabellen 1.1.1 und 1.1.1a zeigen die Änderungen, die sich durch die Anpassung der NOGA-Klassifikation ergeben haben, im Detail.

2’634 Erwerbstätige pendeln aus Liechtenstein ins Grenzgebiet

Am Stichtag 31. Dezember 2025 waren 1'095 Frauen und 1'539 Männer als sogenannte Wegpendelnde registriert. Diese 2'634 Personen wohnen in Liechtenstein und pendeln ins grenznahe Ausland zur Arbeit. Davon arbeiten 93.6% in der Schweiz, weitere 3.8% wurden in Österreich und 2.6% in anderen Staaten gezählt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Wegpendelnden um 3.9% erhöht. Für die letzten zehn Jahre wird eine durchschnittliche Erhöhung von 3.1% pro Jahr (2016-2025) berechnet.

Mit 69.1% verfügten mehr als zwei Drittel der Wegpendelnden per 31. Dezember 2025 über eine Arbeitsstelle im Dienstleistungssektor, mit 30.4% ein knappes Drittel über eine Arbeitsstelle im Industriesektor und 0.5% waren in der Landwirtschaft tätig. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, war der grösste Anteil der Wegpendelnden mit 13.3% im Wirtschaftszweig Handel zu finden. Die nächsthöheren Anteile hatten mit 11.4% der Wirtschaftszweig Gesundheitswesen, mit 7.2% der Wirtschaftszweig Maschinenbau sowie mit 6.5% der Wirtschaftszweig Erziehung, Unterricht.

Erwerbstätigenquote der Frauen und Männer nähern sich an

Die Erwerbstätigenquote wies im Jahr 2000 mit 60.8% bei den Frauen und 86.0% bei den Männern eine Differenz von 25.1 Prozentunkten auf. Seither haben sich die Quoten fast kontinuierlich angenähert. Im Berichtsjahr wird mit 9.5 Prozentpunkten die bislang kleinste Differenz von berechnet, wobei für die Frauen eine Erwerbstätigenquote von 72.4% und für die Männern von 81.9% ausgewiesen wird.

Auffallend ist, dass die Erwerbstätigenquote von 2023 auf 2024 leicht zurück ging. Dies ist im Kontext der ab dem Berichtsjahr 2024 gültigen Anpassung der Bevölkerungsdefinition zu sehen, durch welche eine Zunahme der ständigen Bevölkerung verzeichnet wurde. Im Unterschied zur bis 2023 gültigen Definition werden alle Personen mit ausländerrechtlichen Bewilligungen L, F, N und S ab einer ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von 12 Monaten der ständigen Bevölkerung zugeordnet. Bis 2023 wurden Personen mit den Bewilligungen N und S unabhängig von ihrer Aufenthaltsdauer der nichtständigen Bevölkerung zugeteilt. Da Personen mit diesen Bewilligungstypen weniger häufig erwerbstätig sind, wirkt sich dies auch auf die Erwerbstätigenquote aus. Details zur angepassten Definition finden sich in der Sonderpublikation "Vergleich der Bevölkerungsdefinitionen - Bevölkerungsstand per 31. Dezember 2023".

Erwerbslosenquote 2025 bei 3.6%

Die Erwerbslosenquote lag per 31. Dezember 2025 bei 3.6% und damit 1.6 Prozentpunkte höher als die Arbeitslosenquote zum selben Zeitpunkt. Männer haben in Liechtenstein mit 4.4% eine höhere Erwerbslosenquote als Frauen mit 2.7%. Ausländische Staatsangehörige sind mit einer Erwerbslosenquote von 4.2% stärker von Erwerbslosigkeit betroffen als liechtensteinische Staatsangehörige mit 3.3%. Nach Altersklasse betrachtet weisen die 25- bis 49-Jährigen mit 4.7% die höchste Erwerbslosenquote auf. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen liegt bei 2.5% und diejenige der 50- bis 64-Jährigen bei 2.2%. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbslosenquote im Total um 0.3 Prozentpunkte zugenommen, bei den verschiedenen Kategorien nach Geschlecht, Heimat und Altersklasse jeweils zwischen 0.2 bis 0.4 Prozentpunkte.

Neben der Arbeitslosenquote stellt die Erwerbslosenquote eine weitere wichtige ökonomische Kennzahl dar. Für die Berechnung der Arbeitslosenquote werden nur diejenigen Personen gezählt, welche beim Arbeitsmarktservice (AMS) als Arbeitslose registriert sind. Sie wird monatlich veröffentlicht, ermöglicht eine genaue sowie zeitnahe Beobachtung des Arbeitsmarktes und ist somit besonders nützlich für kurzfristige konjunkturelle Analysen.

Im Gegensatz dazu erfasst die Erwerbslosenquote die gesamte ständige Wohnbevölkerung, unabhängig davon, ob die erwerbslose Person beim AMS gemeldet ist. Die Erwerbslosenquote orientiert sich an den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und eignet sich daher besser für internationale Vergleiche, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Registrierung als arbeitslose Person von Land zu Land variieren können und somit die Arbeitslosenquote beeinflussen. Die Erwerbslosenquote wird jährlich per 31. Dezember anhand der Daten der Bevölkerungsstatistik berechnet.

Erwerbstätigenquote der Frauen im hinteren europäischen Mittelfeld

Die Erwerbstätigenquote der Frauen ist in Liechtenstein im europäischen Vergleich mit 72.4% höher als der EU-27-Durchschnitt von 71.3%. Die höchsten Erwerbstätigenquoten der Frauen im EWR/EFTA-Raum weisen Island mit 83.6% und Estland mit 81.4% auf, gefolgt von Litauen, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz mit gerundeten 79% bis 80%. Die tiefsten Erwerbstätigenquoten für Frauen werden mit weniger als 65% für die Länder Griechenland, Rumänien und Italien berechnet.

Erwerbstätigenquote der Männer im europäischen Mittelfeld

Die höchste Erwerbstätigenquote für Männer im EWR/EFTA-Raum werden für Malta mit 89.1% und Tschechien mit 88.2% ausgewiesen, gefolgt von Island, den Niederlanden und Zypern mit rund 86% bis 87%. Liechtenstein bewegt sich mit 81.9% im europäischen Mittelfeld und liegt über dem EU-27-Durchschnitt von 80.9%. Die tiefsten Erwerbstätigenquoten werden mit weniger als 78% für die Länder Luxemburg, Italien, Spanien, Finnland, Kroatien und Belgien ausgewiesen.

Die Erwerbstätigenquote der Männer ist in allen aufgeführten Ländern höher als jene der Frauen. Der EU-27-Durchschnitt der Frauen fällt mit 71.3% um 9.6 Prozentpunkte tiefer aus als jener der Männer. Die grössten Differenzen zwischen den Geschlechtern sind mit rund 17 bis 19 Prozentpunkten in den Ländern Italien, Rumänien und Griechenland zu beobachten. Am nächsten, d.h. Männer und Frauen sind ähnlich häufig erwerbstätig, sind die Erwerbstätigenquoten in den Ländern Lettland, Finnland, Estland und Litauen mit Differenzen von weniger als 2 Prozentpunkten. Als einziges Land weist Litauen bei den Frauen mit 80.3% eine höhere Erwerbstätigenquote aus als bei den Männern mit 79.7%. Für Liechtenstein wird mit einer Erwerbstätigenquote der Männer von 81.9% und einer Erwerbstätigenquote der Frauen von 72.4% eine Differenz von 9.5 Prozentpunkten berechnet. Diese Differenz liegt im Bereich des EU-27-Durchschnitts von 9.6 Prozentpunkten.

Eine der tiefsten Erwerbslosenquote in Europa

Mit einer Erwerbslosenquote von 3.6% zählt Liechtenstein im europäischen Vergleich zu den Ländern mit einer sehr tiefen Erwerbslosigkeit. Die Quote liegt deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union von 6.1%. Im Vergleich zu den Nachbarländern weist Liechtenstein eine tiefere Erwerbslosenquote auf als Österreich (5.7%) und die Schweiz (5.0%). Innerhalb der EWR-Staaten verzeichnet Spanien mit 10.6% die höchste Erwerbslosenquote, während Tschechien mit 2.9% den niedrigsten Wert aufweist.

87% der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in Liechtenstein

Per 31. Dezember 2025 waren 20'999 Personen der ständigen Bevölkerung Liechtensteins erwerbstätig, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 0.6% entspricht. Im zehnjährigen Vergleich hat sich die Zahl der erwerbstätigen Bevölkerung in Liechtenstein kontinuierlich erhöht, durchschnittlich um 0.9% pro Jahr.

Im Berichtsjahr pendelten 12.5% der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung Liechtensteins zu einer Arbeitsstätte im Ausland. Entsprechend war mit 87.5% ein Grossteil der erwerbstätigen Bevölkerung bei einer Arbeitsstätte in Liechtenstein beschäftigt. Zudem verfügten 61.8% der erwerbstätigen Bevölkerung über eine liechtensteinische und 38.2% über eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Wird die Erwerbstätigenquote – welche sich aus dem Verhältnis der erwerbstätigen Personen zur ständigen Bevölkerung, jeweils im Alter von 20 bis 64 Jahren berechnet – betrachtet, so zeigt sich, dass 2025 der Wert mit 78.1% bei den Personen mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft höher ist als bei jenen mit ausländischer Staatsbürgerschaft mit 75.6%. Die etwas grössere Differenz seit 2024 ist auch im Kontext der ab dem Berichtsjahr 2024 gültigen Anpassung der Bevölkerungsdefinition zu sehen, durch welche eine Zunahme der ständigen Bevölkerung verzeichnet wurde. Im Unterschied zur bis 2023 gültigen Definition werden alle Personen mit ausländerrechtlichen Bewilligungen L, F, N und S ab einer ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von 12 Monaten der ständigen Bevölkerung zugeordnet. Bis 2023 wurden Personen mit den Bewilligungen N und S unabhängig von ihrer Aufenthaltsdauer der nichtständigen Bevölkerung zugeteilt. Da Personen mit diesen Bewilligungstypen weniger häufig erwerbstätig sind, wirkt sich dies auch auf die Erwerbstätigenquote aus. Details zur angepassten Definition finden sich in der Sonderpublikation "Vergleich der Bevölkerungsdefinitionen - Bevölkerungsstand per 31. Dezember 2023".

54% Frauenanteil bei den Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor

73.1% der erwerbstätigen ständigen Bevölkerung arbeitete am 31. Dezember 2025 im Sektor 3 Dienstleistungen, 25.8% im Sektor 2 Industrie und 1.1% im Sektor 1 Landwirtschaft. Während der Anteil im Sektor 3 Dienstleistungen seit 2006 von 64.1% fast kontinuierlich auf den aktuellen Anteil – dem Höchstwert – anstieg, sank er im Sektor 2 von 34.2% beinahe stetig auf 25.8% im Berichtsjahr. Der Sektor 1 ist mit einer Abnahme von 1.7% auf 1.1% seit 2006 tendenziell rückläufig, aber seit 2016 stabil.

Von den per 31. Dezember 2025 gezählten 20'999 erwerbstätigen Personen der ständigen Bevölkerung waren 46.1% Frauen und 53.9% Männer. Der Sektor 3 Dienstleistungen weist mit 53.8% den höchsten Frauenanteil aus, im Sektor 2 Industrie mit 25.2% und Sektor 1 Landwirtschaft mit 27.7% ist der Frauenanteil jeweils deutlich tiefer.

Beginnend mit dem Berichtsjahr 2025 werden die Wirtschaftszweige gemäss Klassifikation NOGA 2025 kodiert. Dies führt nur zu minimalen Änderungen hinsichtlich der Zuteilung zu den Wirtschaftssektoren: Gemäss der neu verwendeten Klassifikation NOGA 2025 waren per 31. Dezember 2025 insgesamt 224 (gemäss Klassifikation NOGA 2008, 224) Personen im Sektor 1 Landwirtschaft, 5'418 (5'434) Personen im Sektor 2 Industrie und 15'357 (15'341) Personen im Sektor 3 Dienstleistungen beschäftigt. Die Tabellen 1.1.1 und 1.1.1a zeigen die Änderungen, die sich durch die Anpassung der NOGA-Klassifikation ergeben haben, im Detail.

2’634 Erwerbstätige pendeln aus Liechtenstein ins Grenzgebiet

Am Stichtag 31. Dezember 2025 waren 1'095 Frauen und 1'539 Männer als sogenannte Wegpendelnde registriert. Diese 2'634 Personen wohnen in Liechtenstein und pendeln ins grenznahe Ausland zur Arbeit. Davon arbeiten 93.6% in der Schweiz, weitere 3.8% wurden in Österreich und 2.6% in anderen Staaten gezählt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Wegpendelnden um 3.9% erhöht. Für die letzten zehn Jahre wird eine durchschnittliche Erhöhung von 3.1% pro Jahr (2016-2025) berechnet.

Mit 69.1% verfügten mehr als zwei Drittel der Wegpendelnden per 31. Dezember 2025 über eine Arbeitsstelle im Dienstleistungssektor, mit 30.4% ein knappes Drittel über eine Arbeitsstelle im Industriesektor und 0.5% waren in der Landwirtschaft tätig. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, war der grösste Anteil der Wegpendelnden mit 13.3% im Wirtschaftszweig Handel zu finden. Die nächsthöheren Anteile hatten mit 11.4% der Wirtschaftszweig Gesundheitswesen, mit 7.2% der Wirtschaftszweig Maschinenbau sowie mit 6.5% der Wirtschaftszweig Erziehung, Unterricht.

Erwerbstätigenquote der Frauen und Männer nähern sich an

Die Erwerbstätigenquote wies im Jahr 2000 mit 60.8% bei den Frauen und 86.0% bei den Männern eine Differenz von 25.1 Prozentunkten auf. Seither haben sich die Quoten fast kontinuierlich angenähert. Im Berichtsjahr wird mit 9.5 Prozentpunkten die bislang kleinste Differenz von berechnet, wobei für die Frauen eine Erwerbstätigenquote von 72.4% und für die Männern von 81.9% ausgewiesen wird.

Auffallend ist, dass die Erwerbstätigenquote von 2023 auf 2024 leicht zurück ging. Dies ist im Kontext der ab dem Berichtsjahr 2024 gültigen Anpassung der Bevölkerungsdefinition zu sehen, durch welche eine Zunahme der ständigen Bevölkerung verzeichnet wurde. Im Unterschied zur bis 2023 gültigen Definition werden alle Personen mit ausländerrechtlichen Bewilligungen L, F, N und S ab einer ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von 12 Monaten der ständigen Bevölkerung zugeordnet. Bis 2023 wurden Personen mit den Bewilligungen N und S unabhängig von ihrer Aufenthaltsdauer der nichtständigen Bevölkerung zugeteilt. Da Personen mit diesen Bewilligungstypen weniger häufig erwerbstätig sind, wirkt sich dies auch auf die Erwerbstätigenquote aus. Details zur angepassten Definition finden sich in der Sonderpublikation "Vergleich der Bevölkerungsdefinitionen - Bevölkerungsstand per 31. Dezember 2023".

Erwerbslosenquote 2025 bei 3.6%

Die Erwerbslosenquote lag per 31. Dezember 2025 bei 3.6% und damit 1.6 Prozentpunkte höher als die Arbeitslosenquote zum selben Zeitpunkt. Männer haben in Liechtenstein mit 4.4% eine höhere Erwerbslosenquote als Frauen mit 2.7%. Ausländische Staatsangehörige sind mit einer Erwerbslosenquote von 4.2% stärker von Erwerbslosigkeit betroffen als liechtensteinische Staatsangehörige mit 3.3%. Nach Altersklasse betrachtet weisen die 25- bis 49-Jährigen mit 4.7% die höchste Erwerbslosenquote auf. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen liegt bei 2.5% und diejenige der 50- bis 64-Jährigen bei 2.2%. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbslosenquote im Total um 0.3 Prozentpunkte zugenommen, bei den verschiedenen Kategorien nach Geschlecht, Heimat und Altersklasse jeweils zwischen 0.2 bis 0.4 Prozentpunkte.

Neben der Arbeitslosenquote stellt die Erwerbslosenquote eine weitere wichtige ökonomische Kennzahl dar. Für die Berechnung der Arbeitslosenquote werden nur diejenigen Personen gezählt, welche beim Arbeitsmarktservice (AMS) als Arbeitslose registriert sind. Sie wird monatlich veröffentlicht, ermöglicht eine genaue sowie zeitnahe Beobachtung des Arbeitsmarktes und ist somit besonders nützlich für kurzfristige konjunkturelle Analysen.

Im Gegensatz dazu erfasst die Erwerbslosenquote die gesamte ständige Wohnbevölkerung, unabhängig davon, ob die erwerbslose Person beim AMS gemeldet ist. Die Erwerbslosenquote orientiert sich an den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und eignet sich daher besser für internationale Vergleiche, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Registrierung als arbeitslose Person von Land zu Land variieren können und somit die Arbeitslosenquote beeinflussen. Die Erwerbslosenquote wird jährlich per 31. Dezember anhand der Daten der Bevölkerungsstatistik berechnet.

Erwerbstätigenquote der Frauen im hinteren europäischen Mittelfeld

Die Erwerbstätigenquote der Frauen ist in Liechtenstein im europäischen Vergleich mit 72.4% höher als der EU-27-Durchschnitt von 71.3%. Die höchsten Erwerbstätigenquoten der Frauen im EWR/EFTA-Raum weisen Island mit 83.6% und Estland mit 81.4% auf, gefolgt von Litauen, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz mit gerundeten 79% bis 80%. Die tiefsten Erwerbstätigenquoten für Frauen werden mit weniger als 65% für die Länder Griechenland, Rumänien und Italien berechnet.

Erwerbstätigenquote der Männer im europäischen Mittelfeld

Die höchste Erwerbstätigenquote für Männer im EWR/EFTA-Raum werden für Malta mit 89.1% und Tschechien mit 88.2% ausgewiesen, gefolgt von Island, den Niederlanden und Zypern mit rund 86% bis 87%. Liechtenstein bewegt sich mit 81.9% im europäischen Mittelfeld und liegt über dem EU-27-Durchschnitt von 80.9%. Die tiefsten Erwerbstätigenquoten werden mit weniger als 78% für die Länder Luxemburg, Italien, Spanien, Finnland, Kroatien und Belgien ausgewiesen.

Die Erwerbstätigenquote der Männer ist in allen aufgeführten Ländern höher als jene der Frauen. Der EU-27-Durchschnitt der Frauen fällt mit 71.3% um 9.6 Prozentpunkte tiefer aus als jener der Männer. Die grössten Differenzen zwischen den Geschlechtern sind mit rund 17 bis 19 Prozentpunkten in den Ländern Italien, Rumänien und Griechenland zu beobachten. Am nächsten, d.h. Männer und Frauen sind ähnlich häufig erwerbstätig, sind die Erwerbstätigenquoten in den Ländern Lettland, Finnland, Estland und Litauen mit Differenzen von weniger als 2 Prozentpunkten. Als einziges Land weist Litauen bei den Frauen mit 80.3% eine höhere Erwerbstätigenquote aus als bei den Männern mit 79.7%. Für Liechtenstein wird mit einer Erwerbstätigenquote der Männer von 81.9% und einer Erwerbstätigenquote der Frauen von 72.4% eine Differenz von 9.5 Prozentpunkten berechnet. Diese Differenz liegt im Bereich des EU-27-Durchschnitts von 9.6 Prozentpunkten.

Eine der tiefsten Erwerbslosenquote in Europa

Mit einer Erwerbslosenquote von 3.6% zählt Liechtenstein im europäischen Vergleich zu den Ländern mit einer sehr tiefen Erwerbslosigkeit. Die Quote liegt deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union von 6.1%. Im Vergleich zu den Nachbarländern weist Liechtenstein eine tiefere Erwerbslosenquote auf als Österreich (5.7%) und die Schweiz (5.0%). Innerhalb der EWR-Staaten verzeichnet Spanien mit 10.6% die höchste Erwerbslosenquote, während Tschechien mit 2.9% den niedrigsten Wert aufweist.

Methodik & Qualität

Zweck dieses Dokuments ist es, den Nutzerinnen und Nutzern Hintergrundinformationen über die Methodik und die Qualität der statistischen Informationen zu bieten. Dies ermöglicht, die Aussagekraft der Ergebnisse besser einzuschätzen.

Der Abschnitt über die Methodik orientiert zunächst über Zweck und Gegenstand der Statistik und beschreibt dann die Datenquellen sowie die Datenaufarbeitung. Es folgen Angaben zur Publikation der Ergebnisse sowie wichtige Hinweise.

Der Abschnitt über die Qualität basiert auf den Vorgaben des Europäischen Statistischen Systems über die Qualitätsberichterstattung und beschreibt Relevanz, Genauigkeit, Aktualität, Pünktlichkeit, Kohärenz und Vergleichbarkeit der statistischen Informationen.

Elternschaftsbedingte Erwerbslücken 2024

Nach dem ersten Kind: Elternschaft öffnet Erwerbslücke

23.02.2026 – Die Erwerbstätigkeit in Liechtenstein zeigt deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Diese werden insbesondere durch Familiengründung verursacht. Laut der Analyse „Elternschaftsbedingte Erwerbslücken 2024“ sinkt die Erwerbsbeteiligung von Frauen nach der Geburt des ersten Kindes erheblich, während Männer nahezu unverändert erwerbstätig bleiben. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen nach der Geburt im Durchschnitt einen um 60% tieferen Beschäftigungsgrad aufweisen als Männer. Dieser Rückgang ist zum Teil auf ein vollständiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zurückzuführen: Die Erwerbswahrscheinlichkeit der Frauen sinkt infolge der Geburt um 31% mehr als bei Männern.

Nach 30 öffnet sich die Schere in der Erwerbstätigkeit

Trotz bedeutender Fortschritte in der Gleichstellung von Frauen und Männern bleiben in der Arbeitswelt nach wie vor erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Frauen und Männern bestehen. In Liechtenstein waren 2024 insgesamt 82.0% der 20- bis 64-jährigen Männer und 72.4% der Frauen in derselben Alterskategorie erwerbstätig. Damit lag der Unterschied bei 9.7 Prozentpunkten. Frauen waren nicht nur weniger häufig, sondern auch in geringeren Pensen tätig. Der durchschnittliche Beschäftigungsgrad der erwerbstätigen Frauen lag 2024 bei 72.6% und bei den erwerbstätigen Männern bei 93.5%.

Eine Betrachtung nach Altersklasse zeigt, dass diese geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Erwerbstätigkeit auf die über 30-jährigen Personen zurückzuführen sind. Zwar sind bereits die unter 30-jährigen Frauen etwas weniger häufig erwerbstätig als ihre männlichen Altersgenossen, bei den über 30-Jährigen nehmen diese Unterschiede aber deutlich zu. Über das gesamte Erwerbsleben lassen sich dann gewisse Schwankungen beobachten, die entstandene Lücke schliesst sich jedoch bis zur Pensionierung nicht mehr.

Geburt des ersten Kindes führt zu Rückgang der Erwerbstätigkeit bei Müttern

Betrachtet man statt dem Alter den Abstand zur Geburt des ersten Kindes in Jahren, zeigt sich bei den Frauen bereits ein deutlicher Zusammenhang mit der Geburt des ersten Kindes. Der Abstandswert wird berechnet, indem vom Betrachtungsjahr das Geburtsjahr des ersten Kindes abzogen wird. Beispielsweise gibt ein positiver Wert 5 die Erwerbstätigkeit 5 Jahre nach der Geburt, ein negativer Wert von -2 die Erwerbstätigkeit zwei Jahre vor der Geburt an. Die folgende Abbildung illustriert diesen Zusammenhang beispielhaft an den Daten von 2019. Dies ist das aktuellste Jahr, für welches Daten für den gesamten Beobachtungszeitraum von -5 (Geburten im Jahr 2024) bis 20 (Geburten im Jahr 1999) vorhanden sind.

Es zeigt sich, dass sich vor der Geburt des ersten Kindes sowohl die Erwerbsbeteiligung als auch der Beschäftigungsgrad von Frauen und Männern auf einem ähnlichen Niveau befinden. Im Jahr nach der Geburt sind Frauen aber sowohl deutlich weniger häufig als auch in deutlich geringeren Pensen erwerbstätig. Mit zunehmender Distanz zur Geburt des ersten Kindes fallen die Werte für die Frauen tendenziell wieder höher aus. Sie erreichen jedoch im Betrachtungszeitraum das Niveau vor der Geburt des ersten Kindes nicht wieder. Bei den Männern spiegelt sich die Geburt des ersten Kindes jedoch weder in der Erwerbsbeteiligung noch im durchschnittlichen Beschäftigungsgrad wider. Letzterer liegt bei den erwerbstätigen Männern auch nach der Geburt im Mittel nahe bei 100%. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Aufgaben der Kinderbetreuung nach wie vor vor allem von Frauen wahrgenommen werden. Auffallend ist dabei auch die langfristige Persistenz: Auch 20 Jahre nach der Geburt des ersten Kindes zeigen sich noch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Reduktion der Erwerbstätigkeit in Folge der Kindererziehung wirkt sich somit auch langfristig aus.

Die «Kinderstrafe» gibt es auch in Liechtenstein

Diese Lücke in Folge der Geburt des ersten Kindes zwischen den Geschlechtern wird in der Forschungsliteratur als Kinderstrafe bezeichnet. Aufbauend auf diesem vor allem von Henrik Kleven geprägten Konzept hat das Amt für Statistik in Zusammenarbeit mit Universität St. Gallen erstmals eine entsprechende Analyse für Liechtenstein durchgeführt. Untersucht wird, wie stark sich die Erwerbsbeteiligung und der Beschäftigungsgrad von Müttern im Vergleich zu Vätern in den zehn Jahren nach der Geburt des ersten Kindes unterscheiden. Anders als reine Querschnittsanalysen stützt sich dieser Ansatz auf einen Paneldatensatz, der es ermöglicht, dieselben Personen über mehrere Jahre hinweg zu beobachten und so auf individueller Ebene nachzuvollziehen, wie sich Mütter und Väter die Erwerbstätigkeit nach der Geburt ihres ersten Kindes aufteilen.

Methodik & Qualität

Die Analyse basiert auf den Daten der Bevölkerungsstatistik. Für detaillierte Informationen zur Methodik und Datenqualität wird auf die entsprechenden Publikationen verwiesen.

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