VGR Schätzrechnung Bruttoinlandsprodukt 2024

Wirtschaftsleistung 2024 gestiegen

20.03.2026 - Gemäss ersten Berechnungen des Amtes für Statistik lag das Bruttoinlandsprodukt Liechtensteins zu laufenden Preisen im Jahr 2024 um 5.9 % höher als im Vorjahr und ist damit im zweiten Jahr in Folge gewachsen.

BIP-Wachstumsphase hielt 2024 noch an

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Liechtensteins belief sich für das Jahr 2024 auf CHF 7 841 Mio. Gegenüber dem Vorjahr stieg das nominale BIP um 5.9%. Nach einem Wachstum von 4.4% im Jahr 2023 wuchs das BIP im zweiten Jahr in Folge. Die BIP-Wachstumsrate 2024 lag somit weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt (2013-2024) von 2.7%.

Im Jahr 2024 konnte die liechtensteinische Volkswirtschaft sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr erzielen. Die Warenhandelsbilanz Liechtensteins (exklusive Schweiz) verzeichnete hingegen einen leichten Rückgang von 1.1% gegenüber dem Vorjahr. Die Auswirkungen der Konjunkturschwäche, die sich bereits im Jahr 2024 in einigen statistischen Daten abzeichneten, werden sich erst in der gemessenen Wirtschaftsleistung Liechtensteins im Jahr 2025 niederschlagen.

Das Bruttoinlandsprodukt dient als Mass für die Produktionsleistung einer Volkswirtschaft. Das BIP umfasst im Wesentlichen die in Geld ausgedrückte Wertschöpfung, die durch die Produktionstätigkeit der gebietsansässigen Einheiten während eines Jahres entstanden ist.

Methodik der Schätzrechnung

Kurzbeschrieb

Die BIP-Schätzrechnung stützt sich im Wesentlichen auf die Daten der Steuerverwaltung zu den steuerpflichtigen Unternehmen, soweit diese zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegen, sowie auf die Rechnungsergebnisse der Einheiten im Sektor Staat (Land, Gemeinden, Sozialversicherungen) und der Versicherungen. Der BIP-Beitrag der steuerpflichtigen Unternehmen, die von der Steuerverwaltung noch nicht erfasst wurden, wird auf der Basis der Vorjahresergebnisse hochgerechnet.

Der Wertschöpfungsbeitrag der steuerpflichtigen Unternehmen zum BIP liegt bei rund 75% bis 80%, während der Sektor Staat einen Beitrag zwischen 7% und 8% der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung abdeckt. Die Versicherungen tragen zwischen 1% und 4% zur Wertschöpfung bei. Insgesamt sind damit bereits Basisdaten zu mehr als 90% des BIP in die Schätzrechnung eingeflossen. Die restlichen 7% bis 9% der Wertschöpfung entfallen auf die Landwirtschaft, die privaten Haushalte und die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Für diese Einheiten werden die Vorjahresergebnisse verwendet, sofern nicht bereits aktuelle Ergebnisse vorliegen.

Datensituation

Die verschiedenen Basisdaten für die Berechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) stehen zu unterschiedlichen Zeitpunkten zur Verfügung. Die Angaben zum Sektor Staat liegen acht Monate nach Abschluss des Berichtsjahres vollständig vor und können deshalb bereits für die Schätzrechnung im Kontensystem erfasst werden. Anders verhält es sich mit den Daten der steuerpflichtigen Unternehmen. Diese müssen ihre Steuererklärungen innert sechs Monaten nach Bilanzstichtag bei der Steuerverwaltung einreichen. In begründeten Fällen gewährt die Steuerverwaltung Fristverlängerungen von bis zu sechs Monaten. Somit kann die Steuerverwaltung frühestens nach einem Jahr erste vorläufige Daten für die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung bereitstellen. Zum Zeitpunkt der BIP-Schätzrechnung liegen in der Regel die Ergebnisse der 25 grössten steuerpflichtigen Unternehmen überprüft vor. Diese 25 grossen Unternehmen erwirtschaften ungefähr ein Drittel der Wertschöpfung der steuerpflichtigen Unternehmen. Die Daten der zum Zeitpunkt der Schätzrechnung vorliegenden Unternehmen fliessen vollständig in die Schätzrechnung ein. Die Ergebnisse der übrigen noch nicht erfassten Unternehmen werden mittels eines Hochrechnungsfaktors auf der Basis der Vorjahresergebnisse geschätzt.

Genauigkeit

Bei der BIP-Schätzung wurde aufgrund der durchgeführten Testrechnungen von einer Genauigkeit von +/– 3% ausgegangen. Die erste BIP-Schätzrechnung wurde für das Berichtsjahr 2007 durchgeführt. Für die BIP-Schätzrechnung 2010 wurde die Methode für das Berechnungsverfahren verfeinert und die Datenerfassung für den Versicherungsbereich ausgebaut. Die BIP-Schätzung 2023 lag 0.6% über dem provisorischen BIP der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2023.

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