Löhne 2024

Medianlohn liegt bei rund CHF 7'400

17.04.2026 – Im Jahr 2024 betrug der mittlere Bruttomonatslohn der in Liechtenstein beschäftigten Personen CHF 7'401 (Medianlohn). Gegenüber dem Jahr 2022 stieg der mittlere Bruttolohn um 5.1%. Im monatlichen Bruttolohn enthalten ist auch ein Zwölftel des 13. Monatslohns und anderer Zulagen. Der monatliche Bruttolohn der Frauen lag im Jahr 2024 um 12.3% tiefer als jener der Männer. Gegenüber dem Jahr 2022 hat sich die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern um 1.8 Prozentpunkte verringert. Bei den Frauen belief sich der mittlere Bruttomonatslohn auf CHF 6'864, während er bei den Männern CHF 7'824 erreichte.

Im Mittel CHF 7'401 Lohn

Die Hälfte der Beschäftigten in Liechtenstein verdiente 2024 monatlich mehr als CHF 7'401, die andere Hälfte weniger. Damit hat der sogenannte Medianlohn gegenüber 2022 um 5.1% oder CHF 359 zugenommen. Der Medianlohn gibt an, dass die eine Hälfte der Beschäftigten einen monatlichen Bruttolohn erhielt, der über diesem Wert lag, die andere Hälfte einen darunterliegenden. Im Gegensatz zum arithmetischen Mittel wird der Median weniger von extrem hohen oder tiefen Löhnen beeinflusst. Der Median ist dadurch robuster gegenüber sogenannten Ausreissern. Beim Bruttolohn handelt es sich um den Lohn vor Abzug der Steuern und der Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen. Um verschiedene Arbeitspensen vergleichen zu können, wird der Bruttolohn auf einen Beschäftigungsgrad von 100% hochgerechnet. Der 13. Monatslohn sowie unregelmässige Sonderzahlungen (wie z.B. Boni) werden dabei anteilsmässig eingerechnet.

Ein Viertel der Löhne liegt unter CHF 5'658

Anhand der Quartilslöhne lassen sich Aussagen über die Lohnverteilung machen. Die Quartilslöhne beruhen wie die Medianlöhne auf Vollzeitlöhnen. Das 1. Quartil gibt an, dass ein Viertel der Beschäftigten einen monatlichen Bruttolohn erhielt, der unter diesem Wert lag, während drei Viertel einen darüberliegenden Lohn erreichten. Beim 3. Quartil ist es gerade umgekehrt: Drei Viertel erzielten einen monatlichen Bruttolohn unter diesem Wert, ein Viertel einen höheren.

Auf der einen Seite verdiente ein Viertel der Beschäftigten in Liechtenstein im Jahr 2024 CHF 5'658 oder weniger. Auf der anderen Seite erhielt ein Viertel der Beschäftigten einen Bruttomonatslohn von CHF 10'000 oder mehr. Der Abstand zwischen dem 1. und dem 3. Quartil kann dabei als Parameter für die Streuung der Löhne verwendet werden. Im Jahr 2024 lag der 3. Quartilslohn 76.7% höher als der 1. Quartilslohn. Das Verhältnis verringerte sich somit gegenüber dem Jahr 2022 um 1.7 Prozentpunkte.

Zunahme von 1.3% pro Jahr seit 2014

Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass sich der mittlere Monatslohn zwischen 2014 und 2024 von CHF 6'522 auf CHF 7'401 erhöhte. Dies entspricht einer nominalen Zunahme um 13.5% bzw. einem durchschnittlichen Lohnwachstum von 1.3% pro Jahr. Über den betrachteten Zeitraum hat das Lohnniveau kontinuierlich zugenommen.

Auch Reallöhne nehmen zu

Berücksichtigt man die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren, ergibt sich ein Anstieg des realen Medianlohnes gegenüber 2022 von 1.8%. Die unterschiedliche Entwicklung des mittleren Real- und Nominallohns ist auf eine Zunahme der Konsumentenpreise in dieser Zeitperiode zurückzuführen. Diese nahmen gegenüber 2022 um 3.2% zu.

Seit 2020 ist ein deutlicher Anstieg der Konsumentenpreise zu beobachten. Dieser Anstieg hat auch Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Reallöhne. Während in früheren Jahren der Rückgang der Konsumentenpreise dazu geführt hatte, dass die Reallöhne stärker stiegen als die Nominallöhne, hat die Entwicklung den Trend gekehrt. Im Zeitraum von 2014 bis 2024 nahmen die Reallöhne durch einen Anstieg der Konsumentenpreise mit 6.8% weniger stark zu als die Nominallöhne mit 13.5%. Zur Berechnung der Preisentwicklung wurden die Jahresmittel des schweizerischen Landesindex der Konsumentenpreise herangezogen.

Tiefe Löhne in der Landwirtschaft und im Gastgewerbe

Die Unterteilung der monatlichen Bruttolöhne nach Wirtschaftszweig zeigt markante Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. Den tiefsten mittleren Bruttomonatslohn wies auch im Jahr 2024 die Land- und Forstwirtschaft mit CHF 3'595 auf. Der Wirtschaftszweig lag damit 51.4% unter dem gesamtwirtschaftlichen Medianlohn. Ebenso wurden verhältnismässig tiefe Löhne im Gastgewerbe mit einem mittleren Bruttolohn von CHF 4'926 (-33.4%) und im Wirtschaftszweig «Private Haushalte» mit CHF 5'104 (-31.0%) verzeichnet.

Hohe Löhne in der Finanzbranche

Auf der anderen Seite des Spektrums wiesen auch im Jahr 2024 die Wirtschaftszweige «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen», «Erziehung und Unterricht» sowie «Rechts- und Steuerberatung; Wirtschaftsprüfung» die höchsten Medianlöhne auf. In den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen wurde ein mittlerer Bruttomonatslohn von CHF 10'209 verzeichnet, welcher somit 37.9% über dem gesamtwirtschaftlichen Medianlohn lag. Bei den Beschäftigten im Wirtschaftszweig «Erziehung und Unterricht» belief sich der Medianlohn auf CHF 9'179 (+24.0%). Der hohe Medianlohn in diesem Wirtschaftszweig hängt mit der Homogenität der Berufsprofile und dem Ausbildungsniveau der Beschäftigten im Unterrichtswesen zusammen. Während die meisten Beschäftigten im Bildungsbereich ein einheitlich hohes Niveau aufweisen, variiert dieses in anderen Wirtschaftszweigen stärker. An dritter Stelle folgte schliesslich der Wirtschaftszweig «Rechts- und Steuerberatung; Wirtschaftsprüfung» mit einem Medianlohn von CHF 9'145 (+23.6%).

Geringste Lohnunterschiede in der Herstellung von Holzwaren, Papier und Druckerzeugnissen

Die Lohndifferenzen zwischen dem 1. und dem 3. Quartil der Bruttolöhne unterschieden sich je nach Wirtschaftszweig relativ stark. Dies spiegelt zum Teil die unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Wirtschaftszweige wider. Während sich die ausgeübten Berufe in gewissen Wirtschaftszweigen sehr stark unterscheiden, weisen andere Wirtschaftszweige eher einheitliche Beschäftigungsprofile auf. Das oberste Viertel der Bruttomonatslöhne im Dienstleistungssektor war mindestens 85.5% grösser als das erste Viertel, während sich die Differenz im Industriesektor auf 63.3% belief.

Die geringsten Lohnunterschiede fanden sich im Wirtschaftszweig «Herstellung von Holzwaren, Papier und Druckerzeugnissen» mit 33.0% und im Baugewerbe mit 34.9%. Am höchsten waren die Lohnunterschiede in der Land- und Forstwirtschaft mit 112.3% sowie im Wirtschaftszweig «Verwaltung von Unternehmen, Unternehmensberatung» mit 81.2%. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 80.0%.

Die tiefsten Bruttomonatslöhne des 1. Quartils fanden sich in der Land- und Forstwirtschaft mit CHF 2’832 und im Gastgewerbe mit CHF 4’196. Am höchsten fielen die Bruttomonatslöhne des 3. Quartils bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit CHF 13'958 und im Wirtschaftszweig «Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung» mit CHF 12'500 aus.

Medianlohn steigt im Dienstleistungssektor stärker

Überdurchschnittlich entwickelte sich seit 2014 der Bruttolohn im Dienstleistungssektor. Mit einem Plus von 14.0% nahm er in diesem Sektor in den vergangenen 10 Jahren stärker zu als im Industriesektor, wo der Medianlohn im selben Zeitraum eine Zunahme um 12.7% verzeichnete. Im Landwirtschaftssektor haben die Löhne seit 2014 um 9.3% abgenommen. Die Resultate im Landwirtschaftssektor sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da diese in den vergangenen Jahren aufgrund der geringen Fallzahlen deutlich grössere Schwankungen aufwiesen.

Den stärksten prozentualen Lohnanstieg verzeichnete seit 2014 der Wirtschaftszweig «Wohnungswesen; Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen» (+22.4%). Ebenfalls deutlich wuchsen die Medianlöhne im Gastgewerbe (+19.4%) und im Wirtschaftszweig «Sonstige Warenherstellung; Energieversorgung» (+18.1%). Die geringste Zunahme ergab sich im Wirtschaftszweig «Erziehung u. Unterricht» (+1.5%). Im Wirtschaftsbereich «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» verringerte sich der mittlere Bruttolohn von 2014 bis 2024 um 3.1%.

Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern verringert sich

Der monatliche Bruttolohn der Frauen lag im Jahr 2024 bei CHF 6'864 und somit 12.3% unter dem Medianlohn der Männer, welcher CHF 7'824 betrug. Gegenüber dem Jahr 2022 verringerte sich die Differenz zwischen den Frauen- und Männerlöhnen damit um 1.8 Prozentpunkte. Der Rückgang des Unterschieds zwischen Frauen- und Männerlöhnen ist darauf zurückzuführen, dass der mittlere Lohn der Frauen seit 2022 stärker zulegte als der mittlere Lohn der Männer. Im Vergleich zum Jahr 2022 erhöhte sich der Median der Frauenlöhne um 6.2%, während derjenige der Männerlöhne um 4.0% anstieg.

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern unterscheiden sich je nach Wirtschaftszweig deutlich. Die grössten Lohnunterschiede fanden sich 2024 in den Wirtschaftszweigen «Rechts- und Steuerberatung; Wirtschaftsprüfung» mit 30.1%, «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen» mit 28.0% und im Gesundheitswesen mit 23.8%. Einzig im Wirtschaftszweig «Verkehr und Lagerei» übertraf der Medianlohn der Frauen denjenigen der Männer. 2024 lag der Unterschied bei 6.0% zugunsten der Frauen.

Teilzeitbeschäftigte Frauen verdienen relativ gesehen mehr als vollzeitbeschäftigte

Um die Löhne von Voll- und Teilzeitbeschäftigten vergleichen zu können, wurden sämtliche Löhne auf ein einheitliches Arbeitspensum von 100% hochgerechnet. Dieser hochgerechnete Bruttolohn war im Jahr 2024 für Teilzeitbeschäftigte um 5.4% tiefer als für Vollzeitbeschäftigte. Als Vollzeitbeschäftigte gelten dabei Personen mit einem Beschäftigungsgrad von 90% und mehr. Der Beschäftigungsgrad der Teilzeitbeschäftigten liegt zwischen 15% und 89% eines vollen Arbeitspensums.

Dieser Unterschied ist massgeblich auf die bereits festgestellten Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zurückzuführen. Betrachtet man Frauen- und Männerlöhne separat, zeigt sich denn auch ein anderes Bild: Der mittlere Bruttolohn von teilzeitarbeitenden Frauen übertraf denjenigen von vollzeittätigen Arbeitnehmerinnen gesamthaft um 4.6%. Deutlich höhere Teilzeit- als Vollzeitlöhne fanden sich für Frauen insbesondere in den Wirtschaftszweigen «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» (+33.9%) und «Bergbau, Herstellung von Nahrung, Herstellung von Textilien» (+22.2%). Bei den Arbeitnehmern lag der mittlere Bruttolohn der Teilzeitbeschäftigten im Jahr 2024 hingegen 3.7% tiefer als der Bruttolohn der Vollzeitbeschäftigten. Besonders ausgeprägt war die Differenz in den Wirtschaftszweigen «Erziehung u. Unterricht» mit 29.4% und «Verwaltung von Unternehmen, Unternehmensberatung» mit 18.0% tieferen Löhne für Teilzeitbeschäftigte.

Lohn steigt vor allem in jungen Jahren

Der Bruttomonatslohn der in Liechtenstein beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nimmt vor allem in jungen Jahren zu. Insbesondere im Altersabschnitt von 20 bis 39 Jahren steigt der Lohn mit zunehmendem Alter an. Während die 20- bis 24-Jährigen 2024 nur einen mittleren Bruttolohn von CHF 5'089 erhielten, erreichte die Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen einen Medianlohn von CHF 7'906.

Nach dieser Anstiegsphase nimmt der Medianlohn nach Altersklasse weiter zu, der Anstieg verlangsamt sich jedoch deutlich. Den höchsten Medianlohn erzielten 2024 die 50- bis 54-jährigen Beschäftigten. Der mittlere Monatslohn lag in dieser Altersklasse bei CHF 8'205. Die Beschäftigten, die auch im Pensionsalter noch erwerbstätig sind, weisen wiederum einen deutlich tieferen Medianlohn auf. Während der mittlere Bruttolohn für die 60- bis 64-Jährigen 2024 bei CHF 7'969 lag, betrug er bei den 65-jährigen und älteren Beschäftigen lediglich CHF 7'163.

Geschlechterspezifische Lohnschere öffnet sich mit zunehmendem Alter

Die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern steigt mit zunehmendem Lebensalter an. Die Frauenlöhne lagen im Jahr 2024 in der ersten Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen 2.9% tiefer als die Männerlöhne. Bis zur Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen steigen die Frauen- wie die Männerlöhne relativ kräftig an. Ab dem Alter von 35 Jahren nehmen die Frauenlöhne hingegen deutlich geringer zu als die Männerlöhne. In den Altersgruppen von 45 bis 54 Jahren sinkt der Medianlohn der Frauen sogar, während er bei den Männern weiter ansteigt. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern vergrösserte sich damit 2024 von 2.9% zu Beginn des Berufslebens auf 22.7% in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen.

Zupendelnde erzielen höhere Löhne

Die Lohndifferenz zwischen den in Liechtenstein erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohnern und den zupendelnden Beschäftigten seit 2022 leicht abgenommen. Der Medianlohn der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz lag im Jahr 2024 insgesamt 3.5% tiefer als derjenige der Zupendlerinnen und Zupendler. Der Abstand verringerte sich somit in zwei Jahren um 0.3 Prozentpunkte. Bei den Beschäftigten mit Wohnsitz in Liechtenstein erreichte der Medianlohn im Jahr 2024 CHF 7’253, bei den zupendelnden Beschäftigten waren es CHF 7’514. Der Medianlohn der Zupendlerinnen und Zupendler stieg zwischen 2022 und 2024 um 5.1%. Damit wurde eine leichte tiefere Zunahme verzeichnet als bei den Personen mit Wohnsitz im Inland mit 5.5%.

In der Vergangenheit war der Lohn der zupendelnden Beschäftigten tiefer als jener der Beschäftigten mit Wohnsitz in Liechtenstein gewesen. Seit 2014 übertrifft der mittlere Bruttolohn der Zupendlerinnen und Zupendler jedoch denjenigen der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz.

Beschäftigte mit Wohnsitz im Inland im Dienstleistungssektor lohnmässig noch knapp vorn

Im Dienstleistungssektor verdienten die Beschäftigen mit Wohnsitz in Liechtenstein im Mittel 0.4% mehr als Zupendlerinnen und Zupendler. Am grössten war die Lohndifferenz zugunsten der Beschäftigen mit inländischem Wohnsitz im Dienstleistungssektor in den Wirtschaftszweigen «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» (+22.9%) und «Verkehr und Lagerei» (+13.1%). In den Wirtschaftszweigen «Öffentliche Verwaltung» (-17.8%) sowie «Heime und Sozialwesen» (-8.4%) lagen die Medianlöhne der in Liechtenstein wohnhaften Beschäftigten hingegen deutlich unter jenen der zupendelnden Beschäftigten.

Im Industriesektor lag der mittlere Bruttolohn der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz 9.5% tiefer als der Medianlohn der zupendelnden Beschäftigten. Je nach Wirtschaftszweig zeigt sich jedoch ein unterschiedliches Bild. Im Wirtschaftszweig «Herstellung von elektronischen Erzeugnissen; Maschinen-, Fahrzeugbau» erhielten die erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohner einen mittleren Bruttolohn, welcher 10.9% tiefer lag als jener der Zupendlerinnen und Zupendler. Ebenso war der Medianlohn der Personen mit Wohnsitz im Inland im Wirtschaftszweig «Sonstige Warenherstellung; Energieversorgung» 7.7% tiefer als der Medianlohn der Zupendlerinnen und Zupendler. Umgekehrt war die Situation in den Wirtschaftszweigen «Bergbau, Herstellung von Nahrung, Herstellung von Textilien» (+3.8%) und «Baugewerbe» (+3.0%), in denen der Medianlohn der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz höher lag als jener der zupendelnden Beschäftigten.

Lohndifferenz zwischen Liechtensteinern und Ausländern erhöht sich wieder leicht

Die Lohnunterschiede zwischen Personen mit und ohne Liechtensteiner Pass nahmen von 2022 auf 2024 wieder leicht zu. Im Jahr 2024 lag der mittlere Bruttolohn der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner 4.8% höher als jener der Personen ohne liechtensteinische Staatsangehörigkeit. Im Jahr 2022 hatte die Lohndifferenz noch 4.2% betragen. Grund dafür ist die grössere Zunahme des Medianlohns der Beschäftigten mit liechtensteinischer Staatsangehörigkeit. Dieser nahm in den zwei Jahren um 5.4% zu, während der mittlere Lohn der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 4.8% anstieg. Insgesamt belief sich der monatliche Bruttolohn der Arbeitnehmenden mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft im Jahr 2024 auf CHF 7'639. Die Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft erhielten im Mittel einen monatlichen Bruttolohn von CHF 7'286.

Wie bei der Aufgliederung nach dem Wohnsitz weichen einzelne Wirtschaftszweige jedoch von diesem Gesamtbild der Lohnstruktur ab. So lag der Medianlohn der liechtensteinischen Staatsangehörigen im Wirtschaftszweig «Herstellung von elektronischen Erzeugnissen; Maschinen, Fahrzeugbau» 13.7% unter jenem der ausländischen Staatsangehörigen. Tiefere Medianlöhne für liechtensteinische Staatsangehörige ergaben sich insbesondere auch in der öffentlichen Verwaltung (-12.3%) und im Wirtschaftszweig «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen» (-9.7%). Hingegen übertraf der mittlere Bruttolohn der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner jenen der Ausländerinnen und Ausländer insbesondere in den Wirtschaftszweigen «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» (+29.6%) sowie im Bereich «Wohnungswesen; Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen» (+19.9%).

Höhere Löhne in Grossunternehmen

Beschäftigte in grossen Unternehmen verdienen tendenziell mehr als Beschäftigte in Kleinbetrieben. In den grossen Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten erzielten die Arbeitnehmenden im Mittel einen Bruttolohn von CHF 8'646, was 16.8% über dem mittleren Bruttolohn der Gesamtwirtschaft lag. In kleinen Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten lag der mittlere Bruttolohn mit CHF 6'681 rund 9.7% unter dem Medianlohn der Gesamtwirtschaft. Um 9.0% unter dem Medianlohn der Gesamtwirtschaft lag jener der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten mit CHF 6'736. Etwas geringer fiel die Lohndifferenz bei den mittelgrossen Unternehmen aus: In Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten ergab sich ein Medianlohn von CHF 6'958, was ein Minus von 6.0% gegenüber dem Gesamtlohn bedeutet.

Gegenüber 2022 ist der Medianlohn in grossen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten mit einem Plus von 4.0% weniger stark angestiegen als in den kleineren Unternehmen. In den Kleinunternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten und Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten stieg der mittlere Lohn um je 4.7%, in Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten um 4.6%.

Knapp 8% verdienen mehr als CHF 14’000

Die Lohnstatistik enthält ebenfalls Angaben zu den effektiven Bruttomonatslöhnen, die im Gegensatz zu den Median- und Quartilslöhnen nicht auf einen Beschäftigungsgrad von 100% hochgerechnet werden. 19.3% der Beschäftigten bekamen im Jahr 2024 einen effektiven Bruttomonatslohn von CHF 4'000 oder weniger ausbezahlt. Bei 7.9% der Beschäftigten wies der Lohnausweis einen Bruttomonatslohn mehr als CHF 14'000 aus. Aussagen zum Lohneinkommen lassen sich damit aber keine machen, da es sein kann, dass Personen mehrere Beschäftigungsverhältnisse und somit mehrere Löhne aufwiesen. Angaben zur Erwerbs- und Einkommensverteilung werden im Thema Einkommens- und Vermögensverteilung behandelt.

Im Mittel CHF 7'401 Lohn

Die Hälfte der Beschäftigten in Liechtenstein verdiente 2024 monatlich mehr als CHF 7'401, die andere Hälfte weniger. Damit hat der sogenannte Medianlohn gegenüber 2022 um 5.1% oder CHF 359 zugenommen. Der Medianlohn gibt an, dass die eine Hälfte der Beschäftigten einen monatlichen Bruttolohn erhielt, der über diesem Wert lag, die andere Hälfte einen darunterliegenden. Im Gegensatz zum arithmetischen Mittel wird der Median weniger von extrem hohen oder tiefen Löhnen beeinflusst. Der Median ist dadurch robuster gegenüber sogenannten Ausreissern. Beim Bruttolohn handelt es sich um den Lohn vor Abzug der Steuern und der Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen. Um verschiedene Arbeitspensen vergleichen zu können, wird der Bruttolohn auf einen Beschäftigungsgrad von 100% hochgerechnet. Der 13. Monatslohn sowie unregelmässige Sonderzahlungen (wie z.B. Boni) werden dabei anteilsmässig eingerechnet.

Ein Viertel der Löhne liegt unter CHF 5'658

Anhand der Quartilslöhne lassen sich Aussagen über die Lohnverteilung machen. Die Quartilslöhne beruhen wie die Medianlöhne auf Vollzeitlöhnen. Das 1. Quartil gibt an, dass ein Viertel der Beschäftigten einen monatlichen Bruttolohn erhielt, der unter diesem Wert lag, während drei Viertel einen darüberliegenden Lohn erreichten. Beim 3. Quartil ist es gerade umgekehrt: Drei Viertel erzielten einen monatlichen Bruttolohn unter diesem Wert, ein Viertel einen höheren.

Auf der einen Seite verdiente ein Viertel der Beschäftigten in Liechtenstein im Jahr 2024 CHF 5'658 oder weniger. Auf der anderen Seite erhielt ein Viertel der Beschäftigten einen Bruttomonatslohn von CHF 10'000 oder mehr. Der Abstand zwischen dem 1. und dem 3. Quartil kann dabei als Parameter für die Streuung der Löhne verwendet werden. Im Jahr 2024 lag der 3. Quartilslohn 76.7% höher als der 1. Quartilslohn. Das Verhältnis verringerte sich somit gegenüber dem Jahr 2022 um 1.7 Prozentpunkte.

Zunahme von 1.3% pro Jahr seit 2014

Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass sich der mittlere Monatslohn zwischen 2014 und 2024 von CHF 6'522 auf CHF 7'401 erhöhte. Dies entspricht einer nominalen Zunahme um 13.5% bzw. einem durchschnittlichen Lohnwachstum von 1.3% pro Jahr. Über den betrachteten Zeitraum hat das Lohnniveau kontinuierlich zugenommen.

Auch Reallöhne nehmen zu

Berücksichtigt man die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren, ergibt sich ein Anstieg des realen Medianlohnes gegenüber 2022 von 1.8%. Die unterschiedliche Entwicklung des mittleren Real- und Nominallohns ist auf eine Zunahme der Konsumentenpreise in dieser Zeitperiode zurückzuführen. Diese nahmen gegenüber 2022 um 3.2% zu.

Seit 2020 ist ein deutlicher Anstieg der Konsumentenpreise zu beobachten. Dieser Anstieg hat auch Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Reallöhne. Während in früheren Jahren der Rückgang der Konsumentenpreise dazu geführt hatte, dass die Reallöhne stärker stiegen als die Nominallöhne, hat die Entwicklung den Trend gekehrt. Im Zeitraum von 2014 bis 2024 nahmen die Reallöhne durch einen Anstieg der Konsumentenpreise mit 6.8% weniger stark zu als die Nominallöhne mit 13.5%. Zur Berechnung der Preisentwicklung wurden die Jahresmittel des schweizerischen Landesindex der Konsumentenpreise herangezogen.

Tiefe Löhne in der Landwirtschaft und im Gastgewerbe

Die Unterteilung der monatlichen Bruttolöhne nach Wirtschaftszweig zeigt markante Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. Den tiefsten mittleren Bruttomonatslohn wies auch im Jahr 2024 die Land- und Forstwirtschaft mit CHF 3'595 auf. Der Wirtschaftszweig lag damit 51.4% unter dem gesamtwirtschaftlichen Medianlohn. Ebenso wurden verhältnismässig tiefe Löhne im Gastgewerbe mit einem mittleren Bruttolohn von CHF 4'926 (-33.4%) und im Wirtschaftszweig «Private Haushalte» mit CHF 5'104 (-31.0%) verzeichnet.

Hohe Löhne in der Finanzbranche

Auf der anderen Seite des Spektrums wiesen auch im Jahr 2024 die Wirtschaftszweige «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen», «Erziehung und Unterricht» sowie «Rechts- und Steuerberatung; Wirtschaftsprüfung» die höchsten Medianlöhne auf. In den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen wurde ein mittlerer Bruttomonatslohn von CHF 10'209 verzeichnet, welcher somit 37.9% über dem gesamtwirtschaftlichen Medianlohn lag. Bei den Beschäftigten im Wirtschaftszweig «Erziehung und Unterricht» belief sich der Medianlohn auf CHF 9'179 (+24.0%). Der hohe Medianlohn in diesem Wirtschaftszweig hängt mit der Homogenität der Berufsprofile und dem Ausbildungsniveau der Beschäftigten im Unterrichtswesen zusammen. Während die meisten Beschäftigten im Bildungsbereich ein einheitlich hohes Niveau aufweisen, variiert dieses in anderen Wirtschaftszweigen stärker. An dritter Stelle folgte schliesslich der Wirtschaftszweig «Rechts- und Steuerberatung; Wirtschaftsprüfung» mit einem Medianlohn von CHF 9'145 (+23.6%).

Geringste Lohnunterschiede in der Herstellung von Holzwaren, Papier und Druckerzeugnissen

Die Lohndifferenzen zwischen dem 1. und dem 3. Quartil der Bruttolöhne unterschieden sich je nach Wirtschaftszweig relativ stark. Dies spiegelt zum Teil die unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Wirtschaftszweige wider. Während sich die ausgeübten Berufe in gewissen Wirtschaftszweigen sehr stark unterscheiden, weisen andere Wirtschaftszweige eher einheitliche Beschäftigungsprofile auf. Das oberste Viertel der Bruttomonatslöhne im Dienstleistungssektor war mindestens 85.5% grösser als das erste Viertel, während sich die Differenz im Industriesektor auf 63.3% belief.

Die geringsten Lohnunterschiede fanden sich im Wirtschaftszweig «Herstellung von Holzwaren, Papier und Druckerzeugnissen» mit 33.0% und im Baugewerbe mit 34.9%. Am höchsten waren die Lohnunterschiede in der Land- und Forstwirtschaft mit 112.3% sowie im Wirtschaftszweig «Verwaltung von Unternehmen, Unternehmensberatung» mit 81.2%. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 80.0%.

Die tiefsten Bruttomonatslöhne des 1. Quartils fanden sich in der Land- und Forstwirtschaft mit CHF 2’832 und im Gastgewerbe mit CHF 4’196. Am höchsten fielen die Bruttomonatslöhne des 3. Quartils bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit CHF 13'958 und im Wirtschaftszweig «Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung» mit CHF 12'500 aus.

Medianlohn steigt im Dienstleistungssektor stärker

Überdurchschnittlich entwickelte sich seit 2014 der Bruttolohn im Dienstleistungssektor. Mit einem Plus von 14.0% nahm er in diesem Sektor in den vergangenen 10 Jahren stärker zu als im Industriesektor, wo der Medianlohn im selben Zeitraum eine Zunahme um 12.7% verzeichnete. Im Landwirtschaftssektor haben die Löhne seit 2014 um 9.3% abgenommen. Die Resultate im Landwirtschaftssektor sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da diese in den vergangenen Jahren aufgrund der geringen Fallzahlen deutlich grössere Schwankungen aufwiesen.

Den stärksten prozentualen Lohnanstieg verzeichnete seit 2014 der Wirtschaftszweig «Wohnungswesen; Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen» (+22.4%). Ebenfalls deutlich wuchsen die Medianlöhne im Gastgewerbe (+19.4%) und im Wirtschaftszweig «Sonstige Warenherstellung; Energieversorgung» (+18.1%). Die geringste Zunahme ergab sich im Wirtschaftszweig «Erziehung u. Unterricht» (+1.5%). Im Wirtschaftsbereich «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» verringerte sich der mittlere Bruttolohn von 2014 bis 2024 um 3.1%.

Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern verringert sich

Der monatliche Bruttolohn der Frauen lag im Jahr 2024 bei CHF 6'864 und somit 12.3% unter dem Medianlohn der Männer, welcher CHF 7'824 betrug. Gegenüber dem Jahr 2022 verringerte sich die Differenz zwischen den Frauen- und Männerlöhnen damit um 1.8 Prozentpunkte. Der Rückgang des Unterschieds zwischen Frauen- und Männerlöhnen ist darauf zurückzuführen, dass der mittlere Lohn der Frauen seit 2022 stärker zulegte als der mittlere Lohn der Männer. Im Vergleich zum Jahr 2022 erhöhte sich der Median der Frauenlöhne um 6.2%, während derjenige der Männerlöhne um 4.0% anstieg.

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern unterscheiden sich je nach Wirtschaftszweig deutlich. Die grössten Lohnunterschiede fanden sich 2024 in den Wirtschaftszweigen «Rechts- und Steuerberatung; Wirtschaftsprüfung» mit 30.1%, «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen» mit 28.0% und im Gesundheitswesen mit 23.8%. Einzig im Wirtschaftszweig «Verkehr und Lagerei» übertraf der Medianlohn der Frauen denjenigen der Männer. 2024 lag der Unterschied bei 6.0% zugunsten der Frauen.

Teilzeitbeschäftigte Frauen verdienen relativ gesehen mehr als vollzeitbeschäftigte

Um die Löhne von Voll- und Teilzeitbeschäftigten vergleichen zu können, wurden sämtliche Löhne auf ein einheitliches Arbeitspensum von 100% hochgerechnet. Dieser hochgerechnete Bruttolohn war im Jahr 2024 für Teilzeitbeschäftigte um 5.4% tiefer als für Vollzeitbeschäftigte. Als Vollzeitbeschäftigte gelten dabei Personen mit einem Beschäftigungsgrad von 90% und mehr. Der Beschäftigungsgrad der Teilzeitbeschäftigten liegt zwischen 15% und 89% eines vollen Arbeitspensums.

Dieser Unterschied ist massgeblich auf die bereits festgestellten Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zurückzuführen. Betrachtet man Frauen- und Männerlöhne separat, zeigt sich denn auch ein anderes Bild: Der mittlere Bruttolohn von teilzeitarbeitenden Frauen übertraf denjenigen von vollzeittätigen Arbeitnehmerinnen gesamthaft um 4.6%. Deutlich höhere Teilzeit- als Vollzeitlöhne fanden sich für Frauen insbesondere in den Wirtschaftszweigen «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» (+33.9%) und «Bergbau, Herstellung von Nahrung, Herstellung von Textilien» (+22.2%). Bei den Arbeitnehmern lag der mittlere Bruttolohn der Teilzeitbeschäftigten im Jahr 2024 hingegen 3.7% tiefer als der Bruttolohn der Vollzeitbeschäftigten. Besonders ausgeprägt war die Differenz in den Wirtschaftszweigen «Erziehung u. Unterricht» mit 29.4% und «Verwaltung von Unternehmen, Unternehmensberatung» mit 18.0% tieferen Löhne für Teilzeitbeschäftigte.

Lohn steigt vor allem in jungen Jahren

Der Bruttomonatslohn der in Liechtenstein beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nimmt vor allem in jungen Jahren zu. Insbesondere im Altersabschnitt von 20 bis 39 Jahren steigt der Lohn mit zunehmendem Alter an. Während die 20- bis 24-Jährigen 2024 nur einen mittleren Bruttolohn von CHF 5'089 erhielten, erreichte die Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen einen Medianlohn von CHF 7'906.

Nach dieser Anstiegsphase nimmt der Medianlohn nach Altersklasse weiter zu, der Anstieg verlangsamt sich jedoch deutlich. Den höchsten Medianlohn erzielten 2024 die 50- bis 54-jährigen Beschäftigten. Der mittlere Monatslohn lag in dieser Altersklasse bei CHF 8'205. Die Beschäftigten, die auch im Pensionsalter noch erwerbstätig sind, weisen wiederum einen deutlich tieferen Medianlohn auf. Während der mittlere Bruttolohn für die 60- bis 64-Jährigen 2024 bei CHF 7'969 lag, betrug er bei den 65-jährigen und älteren Beschäftigen lediglich CHF 7'163.

Geschlechterspezifische Lohnschere öffnet sich mit zunehmendem Alter

Die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern steigt mit zunehmendem Lebensalter an. Die Frauenlöhne lagen im Jahr 2024 in der ersten Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen 2.9% tiefer als die Männerlöhne. Bis zur Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen steigen die Frauen- wie die Männerlöhne relativ kräftig an. Ab dem Alter von 35 Jahren nehmen die Frauenlöhne hingegen deutlich geringer zu als die Männerlöhne. In den Altersgruppen von 45 bis 54 Jahren sinkt der Medianlohn der Frauen sogar, während er bei den Männern weiter ansteigt. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern vergrösserte sich damit 2024 von 2.9% zu Beginn des Berufslebens auf 22.7% in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen.

Zupendelnde erzielen höhere Löhne

Die Lohndifferenz zwischen den in Liechtenstein erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohnern und den zupendelnden Beschäftigten seit 2022 leicht abgenommen. Der Medianlohn der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz lag im Jahr 2024 insgesamt 3.5% tiefer als derjenige der Zupendlerinnen und Zupendler. Der Abstand verringerte sich somit in zwei Jahren um 0.3 Prozentpunkte. Bei den Beschäftigten mit Wohnsitz in Liechtenstein erreichte der Medianlohn im Jahr 2024 CHF 7’253, bei den zupendelnden Beschäftigten waren es CHF 7’514. Der Medianlohn der Zupendlerinnen und Zupendler stieg zwischen 2022 und 2024 um 5.1%. Damit wurde eine leichte tiefere Zunahme verzeichnet als bei den Personen mit Wohnsitz im Inland mit 5.5%.

In der Vergangenheit war der Lohn der zupendelnden Beschäftigten tiefer als jener der Beschäftigten mit Wohnsitz in Liechtenstein gewesen. Seit 2014 übertrifft der mittlere Bruttolohn der Zupendlerinnen und Zupendler jedoch denjenigen der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz.

Beschäftigte mit Wohnsitz im Inland im Dienstleistungssektor lohnmässig noch knapp vorn

Im Dienstleistungssektor verdienten die Beschäftigen mit Wohnsitz in Liechtenstein im Mittel 0.4% mehr als Zupendlerinnen und Zupendler. Am grössten war die Lohndifferenz zugunsten der Beschäftigen mit inländischem Wohnsitz im Dienstleistungssektor in den Wirtschaftszweigen «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» (+22.9%) und «Verkehr und Lagerei» (+13.1%). In den Wirtschaftszweigen «Öffentliche Verwaltung» (-17.8%) sowie «Heime und Sozialwesen» (-8.4%) lagen die Medianlöhne der in Liechtenstein wohnhaften Beschäftigten hingegen deutlich unter jenen der zupendelnden Beschäftigten.

Im Industriesektor lag der mittlere Bruttolohn der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz 9.5% tiefer als der Medianlohn der zupendelnden Beschäftigten. Je nach Wirtschaftszweig zeigt sich jedoch ein unterschiedliches Bild. Im Wirtschaftszweig «Herstellung von elektronischen Erzeugnissen; Maschinen-, Fahrzeugbau» erhielten die erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohner einen mittleren Bruttolohn, welcher 10.9% tiefer lag als jener der Zupendlerinnen und Zupendler. Ebenso war der Medianlohn der Personen mit Wohnsitz im Inland im Wirtschaftszweig «Sonstige Warenherstellung; Energieversorgung» 7.7% tiefer als der Medianlohn der Zupendlerinnen und Zupendler. Umgekehrt war die Situation in den Wirtschaftszweigen «Bergbau, Herstellung von Nahrung, Herstellung von Textilien» (+3.8%) und «Baugewerbe» (+3.0%), in denen der Medianlohn der Beschäftigten mit inländischem Wohnsitz höher lag als jener der zupendelnden Beschäftigten.

Lohndifferenz zwischen Liechtensteinern und Ausländern erhöht sich wieder leicht

Die Lohnunterschiede zwischen Personen mit und ohne Liechtensteiner Pass nahmen von 2022 auf 2024 wieder leicht zu. Im Jahr 2024 lag der mittlere Bruttolohn der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner 4.8% höher als jener der Personen ohne liechtensteinische Staatsangehörigkeit. Im Jahr 2022 hatte die Lohndifferenz noch 4.2% betragen. Grund dafür ist die grössere Zunahme des Medianlohns der Beschäftigten mit liechtensteinischer Staatsangehörigkeit. Dieser nahm in den zwei Jahren um 5.4% zu, während der mittlere Lohn der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 4.8% anstieg. Insgesamt belief sich der monatliche Bruttolohn der Arbeitnehmenden mit liechtensteinischer Staatsbürgerschaft im Jahr 2024 auf CHF 7'639. Die Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft erhielten im Mittel einen monatlichen Bruttolohn von CHF 7'286.

Wie bei der Aufgliederung nach dem Wohnsitz weichen einzelne Wirtschaftszweige jedoch von diesem Gesamtbild der Lohnstruktur ab. So lag der Medianlohn der liechtensteinischen Staatsangehörigen im Wirtschaftszweig «Herstellung von elektronischen Erzeugnissen; Maschinen, Fahrzeugbau» 13.7% unter jenem der ausländischen Staatsangehörigen. Tiefere Medianlöhne für liechtensteinische Staatsangehörige ergaben sich insbesondere auch in der öffentlichen Verwaltung (-12.3%) und im Wirtschaftszweig «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen» (-9.7%). Hingegen übertraf der mittlere Bruttolohn der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner jenen der Ausländerinnen und Ausländer insbesondere in den Wirtschaftszweigen «Unterhaltung, Sonstige Dienstleistungen» (+29.6%) sowie im Bereich «Wohnungswesen; Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen» (+19.9%).

Höhere Löhne in Grossunternehmen

Beschäftigte in grossen Unternehmen verdienen tendenziell mehr als Beschäftigte in Kleinbetrieben. In den grossen Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten erzielten die Arbeitnehmenden im Mittel einen Bruttolohn von CHF 8'646, was 16.8% über dem mittleren Bruttolohn der Gesamtwirtschaft lag. In kleinen Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten lag der mittlere Bruttolohn mit CHF 6'681 rund 9.7% unter dem Medianlohn der Gesamtwirtschaft. Um 9.0% unter dem Medianlohn der Gesamtwirtschaft lag jener der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten mit CHF 6'736. Etwas geringer fiel die Lohndifferenz bei den mittelgrossen Unternehmen aus: In Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten ergab sich ein Medianlohn von CHF 6'958, was ein Minus von 6.0% gegenüber dem Gesamtlohn bedeutet.

Gegenüber 2022 ist der Medianlohn in grossen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten mit einem Plus von 4.0% weniger stark angestiegen als in den kleineren Unternehmen. In den Kleinunternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten und Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten stieg der mittlere Lohn um je 4.7%, in Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten um 4.6%.

Knapp 8% verdienen mehr als CHF 14’000

Die Lohnstatistik enthält ebenfalls Angaben zu den effektiven Bruttomonatslöhnen, die im Gegensatz zu den Median- und Quartilslöhnen nicht auf einen Beschäftigungsgrad von 100% hochgerechnet werden. 19.3% der Beschäftigten bekamen im Jahr 2024 einen effektiven Bruttomonatslohn von CHF 4'000 oder weniger ausbezahlt. Bei 7.9% der Beschäftigten wies der Lohnausweis einen Bruttomonatslohn mehr als CHF 14'000 aus. Aussagen zum Lohneinkommen lassen sich damit aber keine machen, da es sein kann, dass Personen mehrere Beschäftigungsverhältnisse und somit mehrere Löhne aufwiesen. Angaben zur Erwerbs- und Einkommensverteilung werden im Thema Einkommens- und Vermögensverteilung behandelt.

Methodik & Qualität

Zweck dieses Dokuments ist es, den Nutzerinnen und Nutzern Hintergrundinformationen über die Methodik und die Qualität der statistischen Informationen zu bieten. Dies ermöglicht es, die Aussagekraft der Ergebnisse besser einzuschätzen.

Der Abschnitt über die Methodik orientiert zunächst über Zweck und Gegenstand der Statistik und beschreibt dann die Datenquellen sowie die Datenaufbereitung. Es folgen Angaben zur Publikation der Ergebnisse sowie wichtige Hinweise.

Der Abschnitt über die Qualität basiert auf den Vorgaben des Europäischen Statistischen Systems über die Qualitätsberichterstattung und beschreibt Relevanz, Genauigkeit, Aktualität, Pünktlichkeit, Kohärenz und Vergleichbarkeit der statistischen Informationen.

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