Summsummsumm am Weltbienentag
Vielleicht etwas unerwartet und unscheinbar in den Tabellen der Nutztiere im Thema Landwirtschaft versteckt, jedoch nicht unwichtig: Die Bienenvölker. Jetzt im Frühjahr endet die Winterruhe der Bienenvölker, und sie ziehen los, um Pollen und Nektar zu sammeln sowie die Frühlingsblüten zu bestäuben. Die Bienenvölker sind für die Landwirtschaft entscheidend, werden deshalb jährlich gezählt und seit 2018 gilt der 20. Mai sogar international als Weltbienentag. Eine passende Gelegenheit, um zu schauen, wie es um die Bienenvölker in Liechtenstein steht.
985 Bienenvölker
Die Erhebung der Bienenvölker wird vom Liechtensteiner Imkerverein durchgeführt und an das Amt für Umwelt übermittelt. Im Frühjahr 2025 wurden 985 Bienenvölker gezählt, ähnlich viele wie bei der ersten offiziellen Zählung mit 993 Bienenvölker anno 1929. Seit 1977 sind jährliche Daten verfügbar, wobei der Minimalbestand 1991 mit 518 Bienenvölker und der Maximalbestand mit 1'320 Bienenvölker 1985 ausgewiesen wird. Werden Mittelwerte über Zehnjahresabschnitte berechnet, so zeichnet sich eine leichte Zunahme ab: während zwischen 2006 bis 2015 durchschnittlich 979 Bienenvölker gezählt wurden, waren es von 2016 bis 2025 im jährlichen Mittel 1'038 Bienenvölker. Ergänzend dazu hat sich die Anzahl der Halterinnen und Halter von durchschnittlich 99 auf 112 Imkerinnen und Imker erhöht. Allerdings wird im Diagramm auch ersichtlich, dass Ende der 70er und in den 80er Jahren die Bestände höher und tendenziell stabiler waren.
Neben der Honigbiene sind natürlich auch die Wildbienen erwähnenswert, die aber meist als Einzelgänger leben. Gemäss einer Untersuchung wurden in Liechtenstein zwischen 1997 und 2000 insgesamt 410 Bienen- und Wespenarten (davon 233 Bienenarten) nachgewiesen (Naturkundliche Forschung im FL, Band 19, 2002). Die Bienen sind nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für eine funktionierende Nahrungsmittelkette unverzichtbar. In der Landwirtschaftsstatistik werden Bienenvölker deshalb wie andere Nutztiere (Rindvieh, Schweine, Schafe, etc.) ausgewiesen und in der Umweltstatistik wird die Artenvielfalt dokumentiert.