30.09.2026

301 Stunden über 30 Grad

Mit dem Herbstbeginn ist in Liechtenstein der Sommer 2026 zu Ende gegangen. Die vergangenen Monate waren von hohen Temperaturen und vergleichsweise wenig Niederschlag geprägt. Der heutige Zahltag geht der Frage nach, wie aussergewöhnlich der Sommer 2026 tatsächlich war. Dafür lohnt sich ein Blick auf die Messdaten von MeteoSchweiz für Vaduz.

43 Hitzetage

Ein geläufiger Indikator für die Hitze ist die Anzahl der Hitzetage in einer Zeitperiode. Als Hitzetag gilt ein Tag, an dem eine Maximaltemperatur von 30 Grad Celsius oder höher erreicht wird. Im Sommer 2026, das heisst in den Monaten Juni bis August, wurden an der Messtation Vaduz insgesamt 43 Hitzetage registriert. Damit wurde der höchste Wert der gesamten Datenreihe seit 1971 erreicht. Der bisherige Rekord stammte aus dem Sommer 2003 mit 27 Hitzetagen. Im Sommer 2026 wurden also 16 Hitzetage mehr gezählt. Einzelne aussergewöhnliche Sommer belegen zwar noch keine langfristige Klimaentwicklung, doch der Vergleich mit den Referenzperioden zeigt die Dimension des aktuellen Werts. Um natürliche Schwankungen auszugleichen, werden meteorologische Messgrössen üblicherweise über 30 Jahre ausgewertet. Zwischen 1971 und 2000 wurden durchschnittlich 5.1 Hitzetage pro Sommer registriert. Der Sommer 2026 verzeichnete somit mehr als achtmal so viele Hitzetage wie der Durchschnitt der ersten 30 Messjahre an der Station Vaduz. Auch gegenüber der aktuellen Referenzperiode 1991 bis 2020 mit durchschnittlich 9.3 Hitzetagen fällt der Unterschied deutlich aus: 2026 wurden rund 4.6-mal mehr Hitzetage gezählt.

Noch auffälliger fällt der Vergleich aus, wenn die Anzahl Stunden mit einer maximalen Temperatur von 30 Grad oder mehr betrachtet wird: Dies waren im Sommer 2026 insgesamt 301 Stunden. Im bisherigen Rekordsommer 2003 waren es 161 Stunden gewesen, der Durchschnitt der aktuellen Referenzperiode 1991 bis 2020 liegt bei 48.5 Stunden. Der bisherige Rekordwert der Messreihe wurde also um 87 Prozent übertroffen. Es erstaunt daher nicht, dass auch die Durchschnittstemperatur über die Sommermonate 2026 einen neuen Höchstwert erreichte. Mit 22.1 Grad Celsius wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2003 von 21.7 Grad Celsius um 0.4 Grad übertroffen, der Normwert der Periode 1991 bis 2020 von 18.8 Grad Celsius um 3.3 Grad.

Nicht nur die Hitze, sondern auch die Trockenheit prägte den Sommer 2026. Von Juni bis August wurden in Vaduz insgesamt 285.7 Millimeter Niederschlag gemessen. Der Durchschnittswert der aktuellen Referenzperiode 1991 bis 2020 liegt bei 400.9 Millimetern. Damit fiel im Sommer 2026 rund 115 Millimeter weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode. Das entspricht einem Niederschlagsdefizit von fast 30 Prozent. Vaduz erhielt in diesen drei Monaten also nur etwas mehr als 70 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Auch im Vergleich zur Periode 1971 bis 2000 ergibt sich ein ähnliches Bild. Deren Durchschnitt beträgt 405.6 Millimeter und unterscheidet sich nicht wesentlich von der aktuellen Referenzperiode. Der Sommer 2026 war gemessen an der Niederschlagssumme somit aussergewöhnlich trocken, stellte in der vorliegenden Datenreihe jedoch keinen neuen Trockenheitsrekord auf. Es war der vierttrockenste Sommer seit Beginn der Messreihe 1971.

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